Eigentlich wollte ich euch in meinem ersten Post über Neuseeland von all meinen vielen positiven Erlebnissen in den letzten beiden Wochen berichten!

Denn davon gab es einige!

Dennoch muss ich kurz die aktuellsten Geschehnisse vorziehen, die leider nicht zu den besten Phasen meiner Reise gehören!

 

Meine Challenge: Roadtrippin‘ allein!

Ich bin derzeit unterwegs… auf der Südinsel von Neuseeland… allein… oder fast allein:

Mit einem Nissan Kombi und natürlich meinem Travelbuddy (Fatum-Dolphin-Surfboard).

Für mich eine neue persönliche Challenge, die ich unbedingt ausprobieren wollte! Einfach hinfahren, wo der Swell ist und schlafen, wo es mir gefällt! Ohne sich mit irgendjemandem einigen zu müssen, was als nächstes gemacht wird und wie und wo und überhaupt! Keine Kompromisse!

Nur das machen, was ich will!

Dafür habe ich meinen gemieteten Kombi prepariert!

 

Hier die Dinge, die auf einem Roadtrip nicht fehlen sollten:

Zum Schlafen:

  • Matratze
  • Schlafsack
  • evtl. dickere Decke
  • Kissen

schlafzimmer_auto

Zum Kochen:

  • Camping-Kocher (20 Dollar!)
  • Gaskartuschen (6 Dollar für 4 Stück)
  • Geschirr (Teller, Schüssel, Becher)
  • Topf
  • Pfanne
  • Besteck (je 1 Messer, Gabel, Löffel, scharfes Messer, Pfannenwender)
  • Schneidebrett
  • Großer Wasserbehälter für Koch- und Waschwasser
  • Spülmittel
  • Spülbürste
  • Geschirrtuch
  • Kühltasche

Grundausstattung Essen:

  • Gewürze
  • Öl
  • Eier
  • Kaffee
  • Brot
  • Aufstriche ohne Kühlbedarf (Erdnussbutter, Marmelade…)
  • Cornflakes
  • Longlife-Milk (ich kann meinen Kaffee nicht ohne trinken!)
  • Nudeln
  • Reis
  • Gemüse
  • Tomaten aus der Dose
  • Früchte
  • alles andere nach Belieben

Für die Hygiene:

  • die üblichen Kosmetika und Pflegeprodukte
  • auch hierfür Wasserbehälter sehr wichtig
  • Handdesinfektionsmittel
  • Klopapier (!)
  • Solardusche (kein Muss, aber ganz praktisch!)

Nützliches:

  • USB-Zigarettenanzünder-Ladestation (20 Dollar)
  • Campingstuhl (7 Dollar)
  • Musik! (Vorher checken: CDS? USB? Ich muss viel Musik über mein Handy hören, weil ich im Auo nur CDs oder Radio hören kann… Radio oftmals nicht verfügbar, weil hier alles sehr ländlich ist!)
  • Straßenkarten (gibts hier an jeder Ecke umsonst!)
  • Surfguide NZ (mega wichtig! Geiles Teil! 45 Dollar!)
Handliche Größe
Handliche Größe
  • Klamotten wie sonst auch: vor allem warme Klamotten nicht vergessen, nachts kann es ganz schön kalt werden
  • Stirnlampe für nachts
  • Insektenschutz (hier in Neuseeland vor Sandfliegen. Sie beißen zu und es juckt wie ein Moskitostich.. also vorsorgen!)

Surfausrüstung:

Das Übliche

  • Surfboard
  • Wetsuit (4/3 sollte es sein)
  • Booties falls vorhanden (wegen den Steinen und nicht schlecht, wenn man so eine Frostbeule wie ich ist!)
  • Wax
  • Ersatzfinnen (Sind sauteuer hier unten! 45 Dollar pro Finne!)
  • Sonnenschutz
  • Handtücher
  • Go Pro, falls vorhanden!

Tipp: Die meisten Dinge bekommst du superbillig im „warehouse“… Discounter für alles hier unten! In allen größeren Städten vorhanden!

Ich habe mein Auto für 55 NZ-Dollar (=ca. 37 Euro p Tag) gemietet.

  • Je länger man das Auto hat, desto besser der Deal.
  • Autovermietungen in NZ gibt es wie Sand am Meer... aber früh genug buchen… vor allem im Sommer sind die Mietwagen sehr beliebt.
  • In kleinen Städten ist die Auswahl an Autos begrenzt… ich musste in die nächstgrößere Stadt mit dem Bus, um mein Auto abzuholen.
  • Sehr schöne, bereits ausgestattete Campervans bieten (alle drei Firmen in Australien selber getestet und für gut befunden):
  • Allerdings sind diese Camper relativ teuer, wenn man die Kosten allein tragen muss. Deshalb meine Alternative: Ein Kombi mit umklappbarer Rückbank und auch umklappbarem Beifahrersitz. Passt alles rein: Dein Brett, du und alles, was du benötigst! Ich schlafe super bequem und mein Surfbrett hat auch seinen fixen Platz im Auto und muss nicht ständig aufs Dach geschnallt werden. Sehr unkompliziert!

 

Ready, Steady, Go – oder auch nicht!

Freitag Abend habe ich meinen TakeOffandTravel-Followern noch geschrieben, wie geil es ist, einen Roadtrip alleine anzugehen und wie ausgeglichen ich bin. Mit einem netten Bild und noch einigen Internas mehr ging meine E-Mail raus.

Plötzlich sieht die Welt aber schon ein bisschen anders aus:

Ich habe meinen Samstag Morgen in einer Auto-Werkstatt verbracht und die ultimativen Wellen laut Wellenvorhersage verpasst!

Was ist passiert?

Auf Facebook habt ihr evtl. dieses Bild hier entdeckt:

car_breakdown_NZ_titel1

 

5 Tage lang fahre ich durch die Gegend, sehe wunderschöne Orte, treffe nette Menschen und surfe an geilen Surfspots. Beispiele dafür:

franz josef glacier

Armoana

See_Wanaka

(von all dem gibt es hier bald noch einen Bericht!).

 

Mit Wind in den Haaren und singend bzw. gröhlend hinterm Lenker fahre ich am Freitag der Abendsonne entgegen!

Auf einem kleinen Hügel merke ich, wie mein Auto stetig langsamer wird… HÄ?… ich drücke auf Vollgas, aber das hilft auch nicht… ich rolle nur noch und stehe auf einmal! Mitten auf einer 100km/h-Straße! FUCK!

 

Hilfe!

Das Auto hinter mir hält und eine ziemlich angesoffene Furie mit einem Glas Alkohol in der Hand steigt aus dem Wagen und schreit mich an:

„YOU HAVE TO GET  OFF THE STREET!!! THIS IS A HIGHWAY!“

Ich (relativ ruhig): „I know! But how?“

Sie (schreiend): „YOU HAVE TO GET OFF THE STREET!!! THIS IS A HIGHWAY!“

Ich wieder: „I knoooow! Tell me how!?“

Ihr Freund im Auto schreit ebenso! Bleibt aber darin sitzen!

Ich versuche das Auto rückwärts rollen zu lassen und positioniere mich soweit wie möglich auf der Seite! Ich finde, ich habe es gut gemacht. Erstmal durchatmen.

Miss Durchgeknallt sieht es aber anders… ratet mal, was sie schreit?

„YOU HAVE TO GET OFF THE STREET!!! THIS IS A HIGHWAY!“

Ich (nicht mehr ganz so ruhig): I CAN’T!!!!!! HOW THE FUCK SHALL I DO THAT???

Sie merkt endlich, dass ihre Vorgehensweise nichts bringt und entschuldigt sich.

Ich frage, ob sie evtl. an die nächste Farm fahren können und jemanden zur Hilfe schicken können.

Sie: sorry, we don’t have time to do that! We can bring you there!

Ich: but i can not leave the car! Couldn’t you just tell them?

Sie: No, sorry!

AAAAALTER!!!!

 

Jetzt im Ernst: Hilfeeeeee!

Völlig verzweifelt versuche ich immer wieder das Auto zu starten. Komischerweise springt es nach 10 Minuten auf einmal wieder an, als wäre nichts gewesen!

Ich denke: ahaaa… ok… dann fahr ich mal zur Sicherheit, denn die Batterie lädt sich dadurch evtl. auf (??? Keinen blassen Schimmer von Autos!).

Das Ganze funktioniert auf einmal… für weitere 10 km…

Doch dann: das selbe Spiel nochmal!

Dieses Mal schaffe ich es immerhin mich gleich ordentlich auf der Seite zu positionieren.

Da stehe ich nun. Ganz allein!

Autopanne_Neuseeland

Mir geht die Lutzi, denn bald ist es auch dunkel! Handyempfang: kaum vorhanden!

Das ist so ein Moment, in dem man sich ordentlich zusammenreissen muss, um nicht zu denken:

WHAT THE FUCK IS WRONG WITH ME??? Musste ich das wirklich allein durchziehen?

Aber es hilft ja alles nichts! Außer: Ruhe bewahren! Es gibt auch dafür eine Lösung!

 

Plötzlich kommt ein junger Farmer auf seinem Motorbike um die Ecke und fragt, was passiert ist.

Ich erkläre.

Er erklärt mir unter Stress, dass er kurz nochmal los muss: „that cheeky cow just jumped over the fence… i don’t know how she did that, but she is very clever!!! i have to get her!“

Ich sehe ihn immer kleiner werden und auf seine Weide rennen.

Das nächste was ich vernehmen kann ist ein immer lauter werdendes und sich vervielfachendes MUUUUUH…. überall nur noch MUUUUUUUUUH! Aufstand der Kühe! Die ganze Kuh-Bande stellt sich scheinbar gegen den Farmer.

Ich kann nicht anders als laut lachen. Was passiert hier eigentlich gerade???

Er kommt zurückgefetzt und erklärt mir, dass er den Kampf mit der Kuh gewonnen hat und die anderen das tatsächlich nicht so geil fanden.

Kuhbusiness ist wieder am Laufen. Jetzt kümmern wir uns um das Auto.

 

Zum Glück hat sein Telefon Empfang und wir können meine Car-Rentals-Menschen anrufen.

Die sind aber scheinbar komplett überfordert!

Die einzige Antwort: „also sorry, aber wir erreichen jetzt niemanden mehr, das muss bis morgen früh warten!“

Ich entsetzt! WAS BITTE?

„Haja, schläfste einfach bei dem Farmer und dann schauen wir weiter.“

Ich frage mehrmals nach, wieso die nicht einfach den AA (den ADAC von Neuseeland) rufen? Keine Antwort. Erst am nächsten Morgen erfahre ich, dass sie gar nicht Mitglied davon sind. Ja geil!

In Deutschland wäre ich an dieser Stelle schon längst explodiert und hätte ins Telefon geschrien! Viele von euch nicken jetzt bestimmt, weil sie diese Reaktion von mir erwarten.

Aber: nein! Ich bin nicht durchgedreht!

 

Rettung naht!

Ich hatte nämlich zum Glück noch ein Ass im Ärmel:

Auf dem letzten Camping-Platz habe ich Markus aus Deutschland und Lorenza aus Italien kennengelernt. Wir haben mal Nummern getauscht, falls die beiden demnächst an die Westküste kommen, an der ich sein werde.

Es sollte die goldrichtige Entscheidung gewesen sein.

Denn: Ich schreibe Markus, was passiert ist und Zufall… die beiden sind in unmittelbarer Nähe! Markus holt mich ab! Lorenza hat noch ein Plätzchen in ihrem Zelt frei! Ich bin überfroh über meine Retter in der Not! 

Retter

Ich erzähle Lorenza die ganze Story und wir bepissen uns dabei vor Lachen! Ich bin froh, dass ich mit den Wellen im Ohr einschlafen kann und warte, was der nächste Tag bringt. Ich bin beruhigt, denn es könnte alles viel schlimmer sein.

 

Weiß hier eigentlich jemanden was er tut?

Viele Telefonate mit der AA, mit anderen Autovermietungen und mit vielen weiteren Personen später wird mir klar, dass meine Autovermietung selber nicht so richtig weiß, was abgeht und was man in so einem Fall tut.

Jetzt bin ich langsam wirklich genervt und würde diese Menschen gerne persönlich in die Finger bekommen.

Zum Glück finden diese unfähigen Menschen zu guter letzt aber eine Werkstatt in der Nähe, die alles weitere einleitet und checkt, was sie tut:

  • ich werde abgeschleppt
  • sie schauen sich die Karre in Ruhe an
  • reparieren alles
  • geben mir Kaffee und Internet

3 Stunden später ist alles wieder erledigt!

Die Lichtmaschine war kaputt.

Und ein Surftag damit ebenso! Wobei der hoch angepriesene Swell wohl nie ankam… also habe ich gar nicht soviel verpasst.

 

Was lernen wir aus der Geschichte?
  • Reise nie allein? –> No way, das ist nicht die Moral von der Geschichte!

Stattdessen YES WAY:

  • Frage deine Autovermietung vor der Anmietung, ob sie einen Roadservice hat. Hat sie keinen, frag nach, was passiert, falls es zu einer Panne kommt. Lass dich nicht damit abspeisen: „You call us and we manage everything!“ Erzähl ruhig meine Geschichte als Beispiel und frag gezielt nach.
  • Fahre lieber nicht unbedingt kurz vor Sonnenuntergang noch los, wenn du allein unterwegs bist.
  • Behalte die Nerven, egal wie kacke es läuft. Es wird nicht besser, wenn man Panik schiebt!
  • Es gibt immer eine Lösung! Im schlimmsten Fall hätte ich im Auto geschlafen und mich darin eingesperrt.
  • Du erlebst unterwegs soviel Schönes, also lass dich nicht davon abhalten, weil evtl. etwas passieren KÖNNTE, das im Endeffekt geregelt werden kann.
  • Außerdem: außer dem Farmer haben noch 3 von 4 weiteren Autos angehalten und hätten sofort geholfen! Die meisten Kiwis sind sehr hilfsbereit!
  • Situationen wie diese machen dich stärker! Du weißt, dass du nicht untergehst und dass du auch in schwierigen Situationen weiterkommst!

 

Ich würde immer wieder alleine losziehen!

Ich bin Fan davon und kann es nur empfehlen!

Klar sollte man auch Bock darauf haben, etwas Ruhe und Selbstständigkeit zu genießen!

Und: mit 18 hätte ich das sicherlich auch noch nicht gemacht. Ein wenig erprobte Selbststädigkeit sollte schon vorhanden sein.

Aber:  wenn du Lust darauf hast, absolut frei und ungebunden zu sein, dann ist das mit Sicherheit eine sehr gute Form davon.

Und wie beim Reisen sonst auch, ist man im Endeffekt nur dann komplett alleine, wenn man es sich genau so aussucht. Auch auf einem Roadtrip lernt man nämlich einige Menschen kennen.

Law of attraction= Gesetz der Anziehungs bzw. Resonanzgesetz:

Bist du offen, lernst du auch offene Menschen kennen.

 

Würdest du einen Roadtrip alleine durchziehen? Ja? Nein? Wieso? Ich bin auf eure Kommentare gespannt! Einfach hier unten eintragen!

 

Neuseeland, Südinsel – Roadtrippin‘ allein! Wie du dich besser vorbereitest als ich!

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