Du hast deine sieben Sachen gepackt, bist voller Vorfreude aufs Wasser und drückst dich in deinen Wetsuit.. doch dann siehst du:

SHIT! Ein Ding im Surfboard!

Surfbrett reparieren ist angesagt!

dinggenauscharf

Aber wie?

Erstmal checken, ob es sich um ein Ding handelt, das repariert werden muss:

Ist die Stelle offensichtlich offen, wie in meinem Beispiel –> Ganz klar, das Brett muss repariert werden.

Ist dein Ding nicht ganz so offensichtlich und du bist besorgt, dann:

Streiche mit deinem Finger über die Stelle!

Ist die Stelle glatt oder fühlt sie sich rau an? Bleibst du mit dem Fingernagel daran hängen?

A) Die Stelle ist glatt und du bleibst nicht mit dem Fingernagel daran hängen

–> du kannst getrost ins Wasser –> Dein Brett muss nicht repariert werden!

B) Die Stelle ist rau und du bleibst mit dem Fingernagel daran hängen

–> Jap! Das ist ein Ding! Dein Surfboard ist offen und wird Wasser aufsaugen, wenn du so weiter surfst!

Du musst also etwas dagegen tun!

Jetzt kommt dir bestimmt der Gedanke: Scheiße, das kostet doch ein Haufen Kohle!

Je nach Reiseland stimmt das auch! In Indonesien z.B. ist das kein Problem! Für 3 Euro bist du dabei!

In Australien sprechen wir jedoch von 65 Euro!!!

Zeit für eine Intervention! Das Motto: D.I.Y= do it yourself!

Ich hatte heute das absolute Glück, mit meinem Ding an einen Verkäufer im Surfshop in Manly zu geraten, der mir gezeigt hat, wie man sein Ding selber repariert…

… wir haben es gemeinsam von Anfang bis Ende gemacht und ich sage:

Es ist soviel unkomplizierter als ich dachte! Du kannst das auch!

So reparierst du dein Surfbrett-Ding:

1. Das richtige Material wählen: Epoxy oder Polyester?

Du solltest wissen, ob dein Surfbrett aus Epoxy oder Polyester gemacht ist. Je nachdem musst du deine Reparaturmaterialien wählen. In meinem Fall: Polyester.

Wenn du das falsche Material für die Reparatur deines Brettes verwendest, entsteht ein größerer Schaden, denn das falsche Material brennt dir ein noch größeres Loch in dein Brett.

Ich in meinem Fall darf also niemals Epoxy für die Reparatur meines Polyester-Boards verwenden.

Zum Reisen eignen sich unkomplizierte Reparaturkits, die bereits angemischt sind und die auf UV-Licht reagieren. Z.B. Solarez oder Sun-Cure.

Hier findest du das jeweils richtige Produkt für dich:

Solarez Epoxy

Solarez Polyester

ding3quali

Diese Reparatur hält eine ganze Weile, aber nicht für immer. Dein Shaper würde stattdessen eine Mischung aus zwei Komponenten (Resin+Katalysator) verwenden, was eine langfristige Lösung ist.

Auch du kannst eine solche Reparatur vornehmen, allerdings brauchst du dazu ein paar Materialien mehr, z.B. ein Big-Ding-Repair, das nicht sehr praktisch für dein Reisegepäck ist (in meinem Beispiel handelt es sich um ein Polyester-Repair-Kit). Was du dazu brauchst und wie eine solche Reparatur abläuft, möchte ich demnächst hier auf dem Blog erklären.

Zurück zu unserer Solarez-Reparatur.

2. Surfbrett trocknen lassen

Bevor dein Surfbrett repariert werden kann, muss es austrocknen. Lege es dazu mehrere Stunden in die Sonne. Es ist sehr wichtig, dass kein Wasser im Surfbrett ist, sonst riskierst du, dass dein Surfbrett auch nach der Reparatur schneller bricht, weil das eingeschlossene Wasser den Kern des Surfbretts angreift.

3. Ding anschleifen

Jetzt geht es an die Bearbeitung des Bretts: Schleifpapier benutzen, um die angeknackte Stelle zu säubern. Dabei musst du aber darauf achten, dass du nicht zu viel Material des Bretts runterschleifst, denn das was weg ist, muss später wieder hergestellt werden. Gut ist es, wenn die Stelle so abgeschleift ist, dass gewährleistet ist, dass die Reparaturmasse später keine Lücken lässt und jede Ecke ausgefüllt ist.

4. Mischung aus deinem Reparaturkit dick auf der angeschliffenen Stelle verteilen

Lieber zuviel als zu wenig.

Du legst nun Tesa oder eine transparente, glatte Folie auf die Masse, sodass es ungefähr eine Linie mit dem Rail ergibt. Das Tesa oder die Folie ist dazu da, um die Höhe der Masse an das „gesunde“ Rail anzugleichen. Dabei darf aber die Stelle mit der Masse einen Tick höher sein als das restliche Rail, da noch geschliffen wird.

Das Ganze machst du irgendwo in einem Innenraum, nicht unter UV-Licht, da sonst bereits das Aushärten beginnt. Jetzt wollen wir aber erstmal nur die Masse auftragen.

Ding-Reparatur

6. Im UV-Licht trocknen lassen

Die Reparaturkitmassen sind meist so ausgelegt, dass sie unter UV-Licht aushärten. Entweder du trägst das Surfboard jetzt raus in das Tageslicht oder du benutzt eine kleine UV-Lampe. Je nach Sonneneinstrahlung benötigt das härten 4-10 Min. Auf der Tube sollte genau stehen, wieviel Zeit bei praller Sonne oder bei bewölktem Himmel benötigt wird.

Länger als die vorgegebene Zeit solltest du nicht nutzen, denn sonst kann das Material Blasen werfen. Ist nicht weiter schlimm, aber dann musst du wieder von vorne anfangen. Schleifen, Masse, Aushärten etc…

Wenn du es nicht lang genug aushärten lässt, ist das Material zu weich und du kannst es noch nicht bearbeiten.

Nicht vergessen: Nach der richtigen Wartezeit gehst du mit dem Material wieder aus dem UV-Licht!

7. Abschleifen bis auf eine Ebene

Langsam das Tesa oder die Folie abziehen.

Jetzt schleifst du nochmal, damit das Rail und die Stelle mit der Masse eine Ebene bilden. Pass auf, dass du nicht zuviel abschleifst, damit keine Delle entsteht. Sonst heisst es wieder: von vorne anfangen.

8. Feinschleifen mit Wasser

Tauche sehr feines Schleifpapier in Wasser und glätte so das Rail, damit die Kratzer nun aus deinem Brett verschwinden, die du durch das Schleifpapier reingeritzt hast.

Du wirst sehen: Man sieht danach gar nichts mehr davon! Also keine Angst beim Schleifen!

Und zack: fertig!

Geld gespart und es macht sogar Spaß!

Falls du dir unsicher bist oder nicht zufrieden, kannst du dein Werk immernoch einem Surfshop geben, der dir das ganze nachbessert.

Ich wünsche dir, dass du nicht allzuoft Dings reparieren musst! Falls es doch dazu kommt: Gutes Gelingen!!!

Noch Fragen? Anmerkungen? Rein damit in die Kommentare!

 

D.I.Y. Ding Repair – Wie du dein Surfbrett reparieren kannst!

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