Meer_über_das_Leben_Titel

Diesen Post wollte ich schon lange verfassen.

Schon seit Tag 1 beim Surfen habe ich immer wieder ehrfürchtige Momente im und am Meer, die mich belehren.

Ich irre sicherlich nicht, wenn ich sage, dass viele von uns diese Erkenntnisse am Meer haben, egal ob Surfer oder nicht.

Ich jedenfalls liebe sie: All die Lektionen, die mir das Meer täglich erteilt! Die ich ins Leben übertragen kann und die mir die Augen öffnen.

So paradox das auch klingt: Das Meer erdet mich!

 

Hier die wichtigsten Lektionen, die das Meer über das Leben lehrt:

1. Auch wenn du manchmal ordentlich durchgespült wirst im Leben, mach weiter!

Wenn urplötzlich eine Riesenwelle auf dich zurollt und du weißt genau, dass sie gleich ihre gesamte Kraft entladen und dich voll erwischen wird – dich durchspülen und unter Wasser drücken wird – dann kannst du nichts weiter tun als genau diesen Moment abzuwarten.

Akzeptiere, dass es passieren wird und dass es heftig wird. Dass alles durcheinander sein wird und dass du für einen langen Moment den Atem anhalten musst!

Auch wenn du das Gefühl hast, dass dieser Moment ewig erscheint: Er wird vorbeigehen. Und du wirst wieder Atmen können.

Gerate also nicht in Panik und versuche ruhig zu bleiben. Auch wenn es sich nicht gleich so anfühlt: Du wirst wieder an die Oberfläche kommen!

Sobald du nicht mehr runtergedrückt wirst und der richtige Moment da ist: Schwimm nach oben!

Das Meer lehrt: Kämpfe und gib nicht auf! Auch wenn zu manchen Zeitpunkten alles scheiße erscheint und dein Leben außer Kontrolle zu geraten scheint – die Phase wird vorbeigehen und du wirst wieder der Herr der Lage sein.

Wipe-Out_

2. Suche nach neuen Lösungswegen!

Der häufigste Grund, weshalb Menschen im offenen Meer ertrinken – Strömungen! Sie paddeln und paddeln gegen die Strömung – und verlieren dabei irgendwann ihre Kraft und gehen unter!

Paddel nicht gegen die Strömung, das Meer ist stärker als du!

Suche neue Wege! Jeder Surflehrer wird dir für diesen Fall raten: Paddel seitlich in Wellen rein, um wieder an Land gespült zu werden.

Das Meer lehrt: Suche nach neuen Wegen und neuen Lösungen, anstatt immer den gleichen Lösungsweg zu wählen, der zu nichts führt.

3. Ehrgeiz ist der Schlüssel zum Erfolg.

Beim Surfen kannst du nicht nur an einer Stelle sitzen und darauf warten, dass die perfekte Welle auf dich zurollt! Denn das wird nicht passieren!

Du musst aktiv sein und dich im Wasser richtig positionieren, um gute Wellen zu bekommen. Das bedeutet manchmal, dass du hart dafür arbeiten und viel paddeln musst.

Die Welle wird dich mit Sicherheit gerecht entlohnen.

Das Meer lehrt: Von nichts kommt nichts. Wenn du etwas erreichen willst, arbeite hart dafür! Du wirst im Leben nur erfolgreich sein, wenn du dir deinen Arsch dafür aufreißt!

4. Nimm dir Zeit und beobachte!

Wir machen das alle manchmal: „Ah, geile Wellen. Sofort reinspringen!“

Aber HALT, STOPP – jetzt rede ich: Viel effizienter und klüger ist es, erstmal von draußen zu beobachten, was das Meer treibt.

  • Von wo nach wo brechen Wellen?
  • Wo ist ein Channel, den ich nutzen kann, um ins Line-Up zu kommen?
  • Wo werde ich definitiv Wellen auf den Kopf bekommen?
  • Wo gibt es evtl. gefährliche Felsen, die ich beachten muss?

Das Meer lehrt: Sei nicht vorschnell. Handle nicht einfach in Sekunden und Minuten. Manchmal ist es besser, sich Zeit zu nehmen und zu beobachten, um sein Ziel zu erreichen!

Meer_beobachten

5. Triff Entscheidungen!

Wenn eine Welle auf dich zurollt, entscheide dich schnell und zögere nicht: Nehmen oder nicht nehmen und dann handeln! Entweder gut positionieren oder get the fuck out of there… und zwar schnell, um nicht durchgespült zu werden.

Das Meer lehrt: Triff Entscheidungen! Manchmal braucht es schnelle Einschätzung und schnelle Entscheidungen!

6. Jeder Tag ist anders: Das gleiche Meer, aber unterschiedliche Bedingungen.

Das Meer ist das gleiche, seine Form variiert allerdings stark.

Jeder Tag kann anders sein.

Erwarte nicht nur perfekte Tage, rechne ebenso mit maßlosem Durcheinander und Stürmen.

Das Meer lehrt: Du musst dich immer wieder den Gegebenheiten anpassen. Alles hat mehrere Gesichter und Seiten. Gute Momente kommen und gehen, nichts bleibt immer starr und gleich.

7. Nur weil wir nicht gleich Ergebnisse sehen, heißt es nicht, dass sie nicht existieren.

Du schaust aufs Meer hinaus und hinter den Wellen siehst du nichts weiter als ruhige See. Vor allem wenn du noch nicht lange oder gar nicht surfst, wunderst du dich wahrscheinlich wo die Wellen herkommen.

Tatsache ist: Nur weil wir weit draußen auf dem Meer nichts sehen, heißt es nicht, dass dort nichts ist. Ganz im Gegenteil: Die Kraft, die durch Wasserpartikel weitergegeben wird und später die Wellen formt, bewegt sich Richtung Küste. In dem Moment, an dem diese Kraft eine Sandbank oder ein Riff trifft, baut sich die Welle auf.

Das Meer lehrt: Auch wenn du manchmal daran zweifelst, dass deine Bemühungen etwas wert sind, weil du nicht direkt Ergebnisse siehst – behalte dein Ziel vor Augen. Manche Ergebnisse brauchen mehr Zeit und werden sich irgendwann zeigen.

Für mich als Sozialpädagogin eine wichtige Lektion, denn die Kids mit denen ich arbeite, zeigen erst Jahre später, ob meine Arbeit Früchte getragen hat.

Pavones_Meer_

8. Du bist nicht perfekt und das ist ok so.

Kämpfe und arbeite an dir!

Aber: Erwarte deshalb nicht, dass jeder Tag perfekt sein wird und dass du immer jede Welle bekommst.

Selbst wenn du Tage hattest, an denen du Wahnsinns-Wellen hattest und Dinge gemacht hast, die dir vorher nicht gelungen sind – erwarte nicht, dass du jeden Tag so surfen wirst.

An manchen Tag läuft es besser, an anderen schlechter.

Das Meer lehrt: Genieße, was klappt und sei stolz auf dich, dass du alles gibst. Sei dir bewusst, dass du ohne deinen Ehrgeiz sehr viel weniger erreicht hättest. Sei auch zufrieden mit dem, was du hast!

9. Kenne deine Limits!

Darüber haben wir bereits im Post „Meine wichtigsten Lektionen aus 6 Monaten Surfweltreisen“ gesprochen.

Das Meer lehrt: Es ist gut und richtig, seine Grenze zu kennen. Mache sie dir bewusst und erweitere sie oder akzeptiere sie.

10. Jeder Tag ist kostbar, morgen kann es vorbei sein.

Manchmal, wenn du an deine Grenzen gehst und die großen Wellen jagst, erwischt dich eine Welle ziemlich beschissen:

Du wirst unter Wasser gedrückt und hast das Gefühl, dass du kaum noch eine Sekunde länger unter Wasser sein kannst. Sie erwischt dich so hart, dass du einfach nur froh bist, wenn du überlebst!

Das Meer lehrt: Sei dankbar: Du lebst!

Sonnenuntergang_Playa_Hermosa

11. Die Natur hat das Sagen!

Ich bin mir sehr sicher, dass alle Meer-Liebhaber eines gemeinsam haben:

Die Weite und die Kraft des Meeres fasziniert uns alle!

Das Meer schafft es, dass wir für ein paar Momente lang unsere eigenen Probleme und egozentrischen Gedanken vergessen und sehen, dass es eine viel größere und mächtigere Kraft gibt, die uns jederzeit in unsere Schranken weisen kann:

Die Natur!

Und dass die Natur ein kostbares Gut ist, auf die wir gut aufpassen müssen!

Das Meer führt uns immer wieder dorthin zurück. Zum Ursprung von uns allen.

Das Meer erdet uns!

Welche Lektionen erteilt dir das Meer?

 

Was dich das Meer über das Leben lehrt

3 Gedanken zu „Was dich das Meer über das Leben lehrt

  • 18. Oktober 2015 um 23:59
    Permalink

    wahre worte, ich muss auch immer wieder an all diese punkte denken.
    sehr schön geschrieben 🙂

    Antworten
  • 11. August 2015 um 1:30
    Permalink

    Hey Pana,

    wieder einmal ein brillianter Post!!!
    Ich stimme dir bei jedem Punkt zu, pure Wahrheit!
    Seit letzten Jahr Oktiber habe ich auch viele viele Stunden im Wasser beim Surfen verbracht und ich muss sagen, es hat mich auch schon einiges gelehrt! Aus diesem Grund habe ich auch zwei Post geschrieben. Zum einen das „Surf-Fieber“ und zum anderen „Die unbeschreibliche Magie des Meeres“. (Schau doch einfach mal auf meinem Blog vorbei) 😉
    Das Meer ist einfach magisch und lehrt dir so viele Dinge, die du dann auf deinen Alltag übertragen kannst…
    Beste Grüße nach Costa Rica

    Antworten

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