Angst_vor_Haien

Anlässlich der aktuellen Geschehnisse bei der World Surf League in Südafrika, bei der Mick Fanning eine unschöne Begegnung mit einem Hai hatte, wird es Zeit für diesen Post.

Von dieser Begegnung ist die Rede:

Für die, die es nicht mitbekommen haben sollten, hier alle Infos über die Geschehnisse:

Haiattacke bei der WSL auf Mick Fanning 19.07.2015

Ich wollte schon lang über dieses Thema schreiben, denn immer wieder begegnet mir die Frage:

„Hast du denn keine Angst vor Haien?“

Ohne Umschweife: Auf jeden Fall hab ich Angst vor Haien!

Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, wäre ich an Mick Fannings Stelle gewesen. Schreien? Paddeln? Vor Schock erstarren?

Wie sicherlich uns allen, lief es auch mir eiskalt den Rücken runter, als ich die Bilder gesehen habe.

Aber so richtig vorstellen will man sich das Szenario für sich selber nicht.

Und hier liegt in meinen Augen der einzige Umgang mit diesem Problem:

Nicht daran denken!

Mal im Ernst: Wenn du ins Wasser gehst, hast du…

… zwei Möglichkeiten:

A. Du befasst dich die ganze Zeit mit dem Gedanken daran, dass dich ein Hai in der nächsten Minute attackiert und hast dadurch den unentspanntesten Surf ever.

ODER

B. Du findest dich mit dem Gedanken ab, dass das Meer auch Meerestiere beherbergt. Eventuell auch einen Hai. Vielleicht auch zwei. Mit Sicherheit aber auch einige mehr.

Aber weißte was?

Wie wäre es, wenn du dir überlegst, dass diese Haie nicht genau dann und nicht genau dort im Wasser sind, wo du bist.

Plus: Wie wäre es, wenn sie dich eigentlich gar nicht lecker finden und dich nicht gezielt suchen?

In beiden Fällen sind die Chancen, dass dich ein Hai attackiert super unwahrscheinlich! Minimal!

Ich habe beim Surfen noch keinen einzigen Hai gesehen. Du?

Eins haben A und B jedenfalls gemeinsam:

Die Chance für eine Begegnung mit einem Hai ist in beiden Situationen genau die Gleiche. Richtig?

Also: Freak-Out? Oder Akzeptieren?

Es gibt nur einen Weg niemals einem Hai zu begegnen:

Geh nicht ins Wasser! 100%-iger Schutz vor Haien! Das ist der einzige Weg!

Ist das dein Weg?

Dann war es das mit Surfen! Schade!

Ich entscheide mich dafür, mit dem minimalen Risiko umzugehen und es hinzunehmen. Denn das ist die einzig sinnvolle Art und Weise für mich:

Akzeptiere das minimale Risiko

Oder denkst du etwa täglich an folgende Situationen?:

  • Ich könnte morgen von einem Auto überfahren werden.
  • Ich könnte nächste Woche bei einem Fahrrad-Unfall ums Leben kommen.
  • Ich könnte in einem Monat von einer Biene gestochen werden und auf einmal allergisch reagieren und ersticken.
  • Ich könnte nächstes Jahr auf der Straße überfallen und getötet werden.
  • Ich könnte in 5 Jahren stolpern, auf den Kopf fallen und am nächsten Morgen nicht mehr aufwachen, weil ich ein Blutgerinsel im Kopf hatte.

ODER

  • Ich könnte beim Surfen nachher von einem Hai angegriffen werden und sterben.

Aber weißte was?

Risiken sind Teil des alltäglichen Lebens

  • Ich werde weiterhin über Straßen gehen.
  • Ich werde weiterhin Fahrrad fahren.
  • Ich werde weiterhin auf Wiesen liegen, auf der sich evtl. auch Bienen tummeln.
  • Ich werde weiterhin mit Geld in der Tasche zum Einkaufen laufen müssen.
  • Ich werde weiterhin geradeaus laufen, ohne ständig auf den Boden zu schauen.

UND

  • Ich werde weiterhin surfen!

Was nicht sein muss

  • Ich werde nicht über eine Autobahn rennen.
  • Ich werde nicht den Lenker meines Fahrrads auf einer holprigen Straße loslassen, auf der auch noch Autos fahren.
  • Ich werde nicht mit einem Ast in der Hand in einem Bienenstock rumstochern.
  • Ich werde nicht nachts alleine in Nicaragua mit einem Batzen Geld aus der Bank laufen und damit winken.
  • Ich werde nicht versuchen mit Flip Flops auf den Mt. Cook in Neuseeland zu steigen.

UND

  • Ich werde nicht an einem Surfspot surfen, an dem Stunden vorher Haie gesichtet wurden.

Logisch oder?

Klingt einfach, ist es aber natürlich nicht

Mir wird jedes Mal mega mulmig, wenn ich eine Finne sehe, selbst wenn es ein Delphin ist. Manchmal reicht auch mein eigener Schatten um mich kurz zu schocken.

DCIM100GOPRO

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Die Sekunden bis mein Hirn das versteht sind fürchterlich… die Angst durchfährt kurzerhand meinen gesamten Körper.

Konkret also: Ich habe brutale Angst, wenn ich daran denke!

Lösung aber: Versuchen, nicht daran zu denken!

Ruhig bleiben und nicht in Panik verfallen ist das einzig sinnvolle.

Ich liebe Surfen zu sehr, als dass ich damit aufhören will oder es mir miesmachen lassen will.

Alles hat ein Ende…

… und verrückterweise hilft mir dieser Gedanke dabei, nicht in Panik zu verfallen.

Meine Einstellung:

Wenn wirklich der absolut unwahrscheinliche Fall beim Surfen auftreten sollte und ich draufgehen sollte, dann sterbe ich wenigstens bei einer Sache, die mich extrem glücklich macht.

Wenn es bei etwas anderem passieren sollte, dann ist es eben das.

Wenn es Zeit ist zu gehen, ist es Zeit!

Ich kann nur hoffen, dass ich noch einige Zeit habe und mir bis dahin viele gute Tage mit geilen Menschen, geilen Wellen und Gesundheit bleiben.

Abschließend noch die Grundregel Nr. 1:

Was ich unterwegs von vielen älteren Surfern gelernt habe:

IM WASSER wird nicht über Haie gesprochen! Fertig aus!

Denn das widerspricht all dem, was ich hier ausgeführt habe!

Also, tu allen anderen im Wasser einen Gefallen und behalte deine Gedanken über Haie für dich, außer du siehst einen!

Fakten…

… zu dem Thema findest du hier:

Wie gehst du mit der Angst vor Haien um?

Die Angst vor Haien – Wie gehe ich damit um?

4 Gedanken zu „Die Angst vor Haien – Wie gehe ich damit um?

  • 23. Juli 2015 um 17:04
    Permalink

    Hey Pana,

    wieder einmal ein toller Blogpost. Besonders dieses Thema ist echt kein Einfaches. Immer wieder beschäftigen mich die großen Tiere wenn ich auf dem Brett bin. Aber ich muss auch sagen, ich gewöhne mich immer mehr daran und akzeptiere es. Gleichwohl würde ich mir in die Hose machen wenn ein Hai um mich herum schwimmen würde! ;/

    Ach noch eine Sache, die Warscheinlichkeit von einer Kokusnuss getroffen zu werden und zu sterben ist um einiges höher als von einem Hai angegriffen zu werden! Das hast du in deiner Beschreibung vergessen und ist wichtig wenn man sich die ganze Zeit unter Palmen aufhält…..hahahhahha!!!

    Beste Grüße aus der DomRep
    Marcus

    Antworten
    • 23. Juli 2015 um 19:34
      Permalink

      Hey Marcus,

      Danke für dein positives Feedback!

      Ja, das mit der Kokosnuss kenne ich. Für mich persönlich ist das gerade wahrscheinlich, aber für Menschen in Deutschland ist das so weit weg, dass ich das nicht weiter ausgeführt habe! 😉

      Liebe Grüße, Pana!

      Antworten
  • 23. Juli 2015 um 10:20
    Permalink

    Hi Pana,

    super Artikel, der die ganze (mediale) Hysterie gut relativiert. Ich bin absolut deiner Meinung, wenn es sein soll, dann bitte! Aber die ganze Zeit darüber zu reden, vor allem in Line-Up, hilft nun wirklich niemand weiter! In Costa Rica bist du da ja gerade sowieso safe! Gute Wellen wünscht Stefan

    Antworten
    • 23. Juli 2015 um 19:36
      Permalink

      Hey Stefanito!

      Muchas gracias amigo! Freut mich, dass der Artiekl gefällt und dass wir uns einig sind! 🙂

      Und a propos gute Wellen: Heute in Tamarindo, ziemlich am Ende des Strands noch um einige Meter weiter als Casitas gesurft. Endlich ist der Swell da!!! 🙂 Pana=Happy!

      Liebe Grüße, Pana

      Antworten

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