Unglaublich aber wahr: Die erste Hälfte meiner Reise liegt hinter mir. 

Heute noch verlasse ich diesen Teil der Erde und fliege über die Timeline zurück in die Vergangenheit nach Hawaii!

Das stimmt mich auf der einen Seite sehr traurig, weil dadurch natürlich auch das Ende dieser Reise immer näher kommt.

Auf der anderen Seite bin ich mehr als froh, dass ich diese Reise überhaupt antreten konnte und dass ich soviel Wundervolles erleben und lernen durfte.

Jetzt denkst du bestimmt: „ja ja, bla bla… kenn ich schon… jeder lernt immer soviel auf seiner Reise!“

Was das genau ist, erzählt dir eigentlich keiner so genau.

Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, welche Lektionen ich unterwegs mitgenommen habe. Meine Liste hier war am Anfang wahnsinnig lang und hat trotzdem nicht alles umfasst.

Deshalb habe ich die jeweils 3 wichtigsten Lektionen rausgesucht.

 

Meine 3 wichtigsten Lektionen über das Surfen

1. Gefühl zum Surfen

Kennst du das, wenn du einen Satz liest oder ein Statement irgendwo hörst und auf einmal macht alles Sinn? Ein paar simple Worte, die dir ein kleines Stück Erleuchtung bringen, die einen anderen Menschen wahrscheinlich komplett unberührt lassen und der deine Aufregung darüber wahrscheinlich nicht versteht? So ging es mir manches Mal unterwegs.

Ein Satz hat sich ganz besonders fest in meinen Kopf eingebrannt sofort nachdem ich ihn gehört habe.  Er ist ganz einfach und hat mir einen absoluten AHA-Moment bescherrt.

Der Big-Wave-Surfer Doug Young aus Neuseeland meinte in Kaikoura zu mir:

„Surfing is like dancing on a wave!“

Plötzlich hat alles für mich Sinn gemacht – wieso ich Surfen so geil finde, wieso es mich so flasht und wieso ich nicht mehr damit aufhören kann.

Menschen, die mich kennen, sagen jetzt: „Hajaaaaaa! Alles klar!“

Tanzen+Musik= Pana

Tanzen+Musik= meine erste große Liebe und mein Leben

Ich habe jahrelang sehr viel Zeit dem Tanzen und der Musik gewidmet… und ich tue es heute noch… es wird immer ein Teil von mir sein!

Rhythmus bewegt mich!

Und Surfen ist in meinen Augen nichts anderessich zum Rhythmus einer Welle bewegen und es genießen!

Nur wer mit dem Rythmus der Welle mitgeht, kann lange auf einer Welle bleiben.

Und vor allem bei meinem Nightsurf in Raglan hat sich das nochmals bestätigt:

Du siehst die Welle nicht wirklich, aber du fühlst sie. Die Welle und der Rythmus führen dich und du hast eine Nacht lang den besten Tanzpartner, den du dir wünschen kannst.

bali_wellen_surfen_wo

2. Relaaaaax!

Ich weiß noch, wie ich im November 2014 in Medewi in Bali verbissen versucht habe, gute Wellen abzugreifen.

Mir selber ist das zunächst nicht aufgefallen.

Aber Eddy, unserem Surfguide:

Pana, just relaaaaaaax!“

Ich war kurz verwundert, aber nach einem kurzen Check der Situation, habe ich verstanden, was er meint: Verbissen und mit dem Gedanken „das MUSS jetzt klappen!“ habe ich mich selbst unter Druck gesetzt.

Eddy hatte absolut Recht!

Seit diesem Tag achte ich darauf, dass ich entspannt bleibe. Sobald mir auffällt, dass ich wieder im Verbissen-Modus stecke, denke ich an Eddys Worte, gönne mir eine Pause im Line-Up und atme tief ein und aus. Mir persönlich hilft das enorm: Ich surfe wieder um einiges besser!

Und vor allem: Mit mehr Spaß!

Und das ist immernoch das A und O beim Surfen!

Wer Surfen nur als Ernst und Disziplin sieht, der verliert meiner Meinung nach das Wesentlichste, das dieser Lifestyle bietet.

3. Limits akzeptieren und überschreiten

Jeder, der surft, kennt das: Ständig geht es um deine persönlichen Limits! Jedes Mal aufs neue schaust du dir erstmal die Wellen an und überlegst dir, ob das dein Kaliber ist oder nicht. Jedes Mal wieder musst du dich selber einschätzen und über deine Fähigkeiten nachdenken. Und jedes Mal musst du dir überlegen, ob du dich gerade unter- oder überschätzt.

Ich finde das ja mega geil!

Das macht Surfen für mich unter anderem aus: Bestätigt werden oder ordentlich eine Lektion erteilt bekommen – spätestens dann weißt du, ob du dich über- oder unterschätzt hast!

Hast du absolute Bauchschmerzen: lass es sein!

Hast du absolut Bock und keine Zweifel: rein da!

Hast du ein Gefühl, das nicht ganz klar auf die eine, noch auf die andere Seite gehört: Nimm dir viel Zeit! Betrachte die Wellen länger als du es normalerweise tun würdest. Schau genau hin, was passiert, wo du dich siehst und wo du ganz Gewiss nicht sitzen willst!

Ich würde nie dazu raten, sich in Gefahr zu bringen.

Lass es bleiben, wenn du absolute Angst hast.

Aber ab und zu, wenn du eigentlich willst und du denkst, dass du es schaffen kannst… aber ein paar Zweifel beschleichen dich… du weißt aber, dass du auch keine Gefährdung für die Anderen bist… und EIGENTLICH kannst du es… dann geh an deine Grenzen und push deine Limits! Setz deine Ziele in dem Fall nicht zu hoch (Ziel könnte sein: „Unverletzt wieder aus dem Wasser kommen“) und feier dich danach selbst ab, wenn du es geschafft hast!

Die Glücksgefühle, die dich durchströmen, sind unbezahlbar! Und die Erfahrung, dass du mehr kannst als du glaubst, ist Gold wert!

Außerdem: Ein paar verrückte Wipe-Outs gehören dazu und solltest du genießen lernen. Ich lache und jubel meistens und freue mich, dass ich wieder an die Oberfläche komme.

Letztendlich aber ist es das Wichtigste, dass du deinem Gefühl vertraust und dich nicht in Gefahr bringst!

Manu_Bay

 

Meine 3 interessantesten Lektionen über Indonesien

1. Indonesisch…

…ist anscheinend eine der einfachsten zu erlernenden Sprachen der Welt. Die Grammatik ist relativ simpel. Die wichtigsten indonesischen Worte habe ich mittlerweile drauf und für etwas Verständigung und ein Lächeln der Indonesen reicht es aus.

2. Über Karma und Hinduismus…

… dass ich die Idee dahinter sehr schätze: Keinem schaden, der Rest regelt sich von selbst. Und: Jede Religion hat ihre Daseinsberechtigung und muss nicht bekämpft werden.

3. Über die Namensgebung in Bali…

… dass die Namensgebung vorgegeben ist: 1. Kind: Wayan/ 2. Kind: Made/ 3. Kind: Nyoman/ 4. Kind: Ketut/ danach wieder von vorne. Deshalb triffst du dort auch so wahnsinnig viele Wayans und Mades. Übrigens: Frau oder Mann spielt keine Rolle. Die Namen gelten für beide Geschlechter.

Bali_Homestay

 

Meine 3 interessantesten Lektionen über Neuseeland

1. Über den Mythos Schaf…

… dass es in Neuseeland mittlerweile nicht nur mehr Schafe als Menschen gibt, sondern… tatataaaaaa…. mehr KÜHE. Die Erklärung ist simpel: Die Milchindustrie in den letzten Jahren ist sehr gewachsen, da sich damit wohl mehr Geld verdienen lässt. Ob die Kühe mittlerweile die Schafe eingeholt haben, konnte ich allerdings nicht rausfinden. Aber mein persönlicher Blick: Verdammt viele Kühe, Schafe nicht an jeder Ecke.

2. Über die Einfuhr von Früchten…

… TU ES EINFACH NICHT! Warum? Lies hier: Wie eine Weltreise doch anders als geplant verläuft!

3. Über das Betten machen…

… dass Europäer laut Kiwi-Hostelbesitzer keinen Plan vom Betten machen haben. Für ihn gehört ein Bettlaken unter die eigentliche Bettdecke. „Löblich“ sagt da der Klischee-Deutsche, der Extra-Komfort im Normalfall schätzt. Aber: Dieses Laken ist das einzige, das am nächsten Tag gewechselt wird. Der Bezug der Bettdecke bleibt immer der selbe. Ist nicht schlecht, ist nur anders.

Für alle, die nach Neuseeland gehen: Mach die Mitarbeiter der Hostels glücklich und ziehe nicht unnötigerweise die Bettwäsche ab, wenn du im Hostel um Sheets gebeten wirst. (Im Namen aller Hostel-Cleaner habe ich hiermit die Mission erfüllt und einen Teil der Deutschen aufgeklärt! Vielleicht verstehen es irgendwann alle…).

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Meine 3 interessantesten Lektionen über Australien

1. Über den Mythos Vegemite…

… die braune, gelartige Masse fürs Brot? Jap, viele Australier finden Vegemite wirklich ganz geil. Erschließt sich mir zwar nicht, aber Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich.

2. Über mein Gefühl zu diesem Land…

… I’m an Aussie, mate! Seitdem ich 2010 ein halbes Jahr dort verbracht habe, fühle ich mich diesem Land zugehörig. Und es fühlt sich auch nach 5 Jahren wie Heimkommen an.

3. Über australische Surfer…

… dass viele Aussi-Surfer außerhalb des Wassers die nettesten Menschen überhaupt sind und ein Lächeln im Gesicht haben. Sobald sie aber das Wasser berühren verwandeln sie sich wie Gremlins: Ernste Gesichter und genaue Beobachtung anderer! Die gute Nachricht: Du kannst ihren Bann lösen, indem du freundlich lächelst und vielleicht sogar ein oder zwei Worte wechselst. Aber ganz vorsichtig!

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Entspannt – Unentspannt

 

Meine 3 interessantesten Lektionen über Menschen generell bzw. was sich bestätigt hat

1. Dass viele Menschen sich sehr schwer tun, anderen Menschen etwas zu gönnen und dass andere Menschen es dafür umso mehr und von Herzen schaffen

2. Dass viele Menschen mit sehr wenig sehr glücklich sein können und dass andere Menschen dafür mit sehr viel immer noch sehr unglücklich sind

3. Dass Reisende eine Art Reisecodex wahren, der besagt, dass man sich gegenseitig hilft. Soviel Menschlichkeit wie beim Reisen spürt man selten.

 

Zu guter letzt – Meine 3 wichtigsten Lektionen über mich selbst

1. Ich bin ein besserer Mensch, wenn ich surfe: Entspannt, nicht so einfach aus der Ruhe zu bringen und glücklich.

2. Alles was man selbst ausstrahlt, begegnet einem selbst – Law of Attraction

3. Halte alle Menschen und Dinge aus deinem Leben, die dir kein gutes Gefühl geben. Stattdessen investiere deine Energie, deine Zeit und dein Geld in Menschen und Erfahrungen, die dir gut tun!

Surfen_macht_glücklich
Egal, was um mich rum passiert – wenn ich regelmäßig surfe, bin ich entspannt!

 

Und das ist nur ein Bruchteil dessen, was ich mitnehmen konnte! Ich bin gespannt, welche weiteren Lektionen mir begegnen werden.

 

Welche Lektionen konntet ihr während eurer Reisen mitnehmen und wo war das? Lasst es mich in den Kommentaren wissen! 

Ich bin mega auf eure Antworten gespannt!

 

Halbzeit – Meine wichtigsten Lektionen aus 6 Monaten Surf-Weltreise!

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