Es ist soweit: Mein Ticket nach Deutschland ist gebucht!

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In nur 5 Tagen geht es „nach Hause“.

N-A-C-H  H-A-U-S-E!

Nach Hause?

Nach Stuttgart.

Ist das überhaupt noch mein Zuhause?

Wird sich das so anfühlen?

Denn im letzten Jahr hat sich immer genau eine Konstante nach Zuhause angefühlt:

Das Meer.

In mir gehen wie immer (ja, wir wissen mittlerweile, ich bin ein sehr emotionaler Mensch) sehr viele unterschiedliche Gefühlsvariationen rauf und runter... kann man sich das eigentlich überhaupt vorstellen?

Wie es sich anfühlt nach einem Jahr in sein altes Umfeld zurück zu kommen?

Wie immer bleibt nichts anderes übrig, als dieses Gefühlschaos auszuhalten und abzuwarten, wie alles wird.

Einiges habe ich aber klar:

Einige Dinge auf die ich mich freue, einige vor denen ich mich fürchte.

Hier eine Übersicht für euch:

Ich freue mich auf…

… NATÜRLICH AN PLATZ 1: Meine Freunde und meine Familie! Scheiße Mann, das wird verrückt! Ich kanns noch gar nicht fassen! In 5 Tagen gibts endlich wieder dicke Umarmungen, etwaige High-Fives und dumme Sprüche! Waaaaah, ich freue mich sooooo!

Ich fürchte mich vor…

… ganz klar an erster Stelle unter den gefürchteten Aspekten: Kälte!

Hilfeeeeeee! Wie soll ich das überleben? Winter in Deutschland haben mich schon immer fertig gemacht. Kein Scheiß, ich leide. Jedes Jahr wieder. Fragt alle Menschen aus Deutschland, die mein Gejammer ertragen müssen, sobald die Temperatur unter 10 Grad fällt. Während meine Arbeitkollegen noch mit der Strickjacke bei Besprechungen sitzen, ist bei mir bereits Schal, dicker Hoodie und Beanie angesagt. Ja, ich bin eine bekennende Frostbeule!

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Ich freue mich auf…

… BREZEEEEEEEEEEEEELN!

Juhuuuuu!

Ich hätte es nicht gedacht, aber ich hab so richtig Bock auf eine geile Butterbrezel! Ich bin sehr gespannt, wie viel die wohl mittlerweile kostet!?

 Ich fürchte mich vor…

mies gelaunten Menschen. Hey, ganz ehrlich: Ich will nicht sagen, dass die Menschen in Deutschland immer mies gelaunt sind… aber… mal ehrlich… ganz so freudestrahlend sind wir in unserem Alltagstrott nicht. Wenn dann noch meine Furcht Nr. 1 hinzukommt, dann verstehe ich auch, wieso die Menschen es nicht schaffen, zu lächeln. Ich bin ja dann auch nur mit Zähne zusammenbeissen beschäftigt.

Eine kleine Story von 2010: Ich komme zurück nach 6 Monaten Australien mit Weiterreise über Auckland, die Fijis, Kalifornien und New York – voller Sonne im Herzen und mit einer Riesenfreude, meine Freunde gleich wieder in den Arm zu nehmen. Damit meine Freunde mich aber nicht in meiner schlimmsten Verfassung in Empfang nehmen, will ich mich kurz frisch machen – kurz mal grob waschen und etwas anderes anziehen. Das ist aber für die deutschen Damen zuviel des Guten. Da sie denken, ich spreche kein Deutsch, höre ich durch die Klotüre: „Ja Mensch, ist das jetzt hier eine Umkleidekabine oder was?“ *Mecker, mecker*… ich komme aus dem Klo und antworte: „Nein, steht nicht drauf. Aber ist das ein Problem, wenn ich mich kurz hier umziehe?“. Keine Antwort, verblüffte und gleichzeitig angewiderte Blicke. Yeiiii, welcome to Germany! Und es war Juli! Die Kälte ist also nicht der Grund für die schlechte Laune in dem Fall!

Ich freue mich auf…

Musik! Konzerte! Gute Konzerte! Die, die ich mag! Befreundete Bands! Wahooooo! Die erste Amtshandlung in Deutschland: Nach guten Konzerten Ausschau halten!

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Ich fürchte mich vor…

dem Moment, an dem ich wieder Tschüss sagen werde. Weil die Reise dann ja auch schon weitergeht. Ende Nov ist der nächste Abflug geplant! Hier all meine Pläne, für die, die es noch nicht wissen:

Portugal, Peniche – Die ganze Wahrheit über TakeOffandTravel

Verabschiedungen sind auch nach einem Jahr noch nicht mein Ding. Und ganz besonders nicht von meiner Familie, die als Menschen mit griechischer Dramaturgie in den Genen einen solchen Abschied besonders schwer machen.

Überlegt mal: Meine Dramaturgie + deren Dramaturgie = Nicht auszuhalten!

Eine miese Bemerkung am Rande: Ein Kumpel von uns ist Bestatter. Schlimmere Kunden als die Griechen was den Drama-Aspekt angeht hat er nicht, meint er. Wieso überrascht mich das nicht?

(Anmerkung der Redaktion: Der Humor meiner Beiträge versteht sich hoffentlich von selbst und ist nicht als rassistische Äußerung zu betrachten)

Ich freue mich auf…

… all die geilen, kreativen, neuen Schöpfungen meiner Bekannten und Freunde in Stuttgart:

Super Jami (veganes Deli)

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Schwarzmahler Kaffeeladen

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I Can Barely Draw Tätowierungen

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Ich fürchte mich vor…

… neuem, seltsamen Publikum in meiner Stammbar, die schon vor meiner Abreise immer mehr wurden.

Ich freue mich auf…

meine Stammbar! Gute Musik, gutes Bier und wunderbare Menschen, die sich hoffentlich immer noch regelmäßig dort eine gute Zeit machen!

Ich fürchte mich vor…

grau! (Ohne weitere Worte – Bilder sagen manchmal alles).

Grau

Ich freue mich auf…

Käsespätzle! Jamm Jamm! So richtig schön dick mit Röstzwiebeln drauf! Geieeel!

Ich fürchte mich vor…

… dem ganzen Scheiß Bürokratie-Quatsch durch den ich muss: Krankenversicherung anmelden/ wieder abmelden, Steuererklärung fertig machen… laaaaaaaangweilig!

Ich freue mich auf…

schöne Abende mit meiner alten WG, bei der ich wieder für einen Monat wohnen darf! Juhuuu… Mädels, ihr seid der Knaller! Tausend Dank für das Beherbergen! Kochen und Weinchen – wir kommen!

Ich fürchte mich davor…

… dass meine Paddelkraft flöten geht. Ein Jahr lang habe ich mir eine Paddelkraft aufgebaut, von der ich nie gedacht hätte, dass ich sie je haben werde. Selbst auf meinem Shortboard komme ich mittlerweile ohne weiteres voran und komme gut in die Wellen.

Ich will die Kraft nicht verlieren!

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Ich habe mir aber vorgenommen, es wie früher zwischen meinen Surftrips zu machen: Gezielter und konsequenter Trainingsplan, um fit for surf zu bleiben.

Mit einer Freundin, die Personal Fitnesstrainerin ist, werde ich mich zusammensetzen und meinen Trainingsplan so gut wie möglich optimieren. Solche Trainings können nie zu hundert Prozent die gleiche Paddelkraft wie beim Surfen hervorbringen, aber sie erleichtern den Wiedereinstieg ungemein. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Ich freue mich auf…

neue Klamotten. Oder zumindest meine alten, die mir nach einem Jahr neu erscheinen werden. Wenn ein Jahr lang die Option beim Weggehen Kleid A oder Kleid B ist, dann freut man sich als Frau, mal wieder eine neue Option zu bekommen!

Ich fürchte mich vor…

… dem Gefühl, nicht einfach ins Meer und in die Wellen zu können. Mein derzeitiges Leben sieht so aus, dass ich bereits nach 1-2 Tagen hibbelig werde, an denen ich nichts ins Wasser kann, z.B. weil es flat ist oder zu groß (wie heute übrigens – MONSTERWELLEN!). Der Ausgleich wird mir fehlen. Ich bin gespannt, wie sich das wieder ohne Meer anfühlt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir das einfach nicht mehr vorstellen kann.

Love

Schlussendlich: Ich freue mich!

Auch wenn es viele Dinge gibt, die sicherlich seltsam werden, muss ich nur kurz an meinen ersten aufgeführten Grund denken, auf den ich mich freue: Meine Freunde und meine Familie!

Und dann gibt es keine Zweifel, dass mein Deutschland-Aufenthalt gut wird!

Amigos, ich komme!

Solange lass ich mir noch die großen Wellen derzeit hier in Peniche um die Ohren klatschen und genieße die letzte Zeit hier mit netten Menschen, von denen ich mich eigentlich auch schon wieder nicht verabschieden will.

Aber so ist das eben. So bin ich. So ist Reisen. So ist das Leben.

Oder wie meine Stuttgarter sagen:

„Es isch, wie’s isch!“

 

 

Auf was ich mich in Deutschland freue, wovor ich mich fürchte!

3 Gedanken zu „Auf was ich mich in Deutschland freue, wovor ich mich fürchte!

  • 17. November 2015 um 10:58
    Permalink

    Liebe Pana,

    es ist so schön von Dir zu hören. Deine Reiseberichte strozen nur vor Tatendrang und Abenteuerlust und Deiner neuen Vision: surfing forever! Vielleicht schaffe ich es am 24.11.15 zu tnt zu kommen, weil ich Dich so gerne wiedersehen möchte.
    Ich bin begeistert von Deinem Weg und Plan diesen weiter zu gehen.

    Alles Gute von Deiner Kollegin Anja

    Antworten
    • 17. November 2015 um 16:06
      Permalink

      Liebe Anja,

      danke für dein schönes Feedback und vor allem auch den Support! Ich hoffe, wir sehen uns dann am 24.11.!

      Liebe Grüße, Pana

      Antworten
  • 28. Oktober 2015 um 23:54
    Permalink

    Hey Pana,
    wie immer ein intensiver und gelungener Beitrag.
    Ich kann absolut mit dir mitfühlen, Ängste und Freuden vor der Heimkehr. Wie schwer ich mich getan habe, auf den „verbindlich buchen“ Knopf zu drücken. Ich glaube ich habe 3 Anläufe gebraucht!
    Ich sage mal, herzlich willkommen back und mach das Beste draus…
    Liebste Grüße
    Marcus

    Antworten

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