Als ich meine Surf-Weltreise plante, kamen so einige Ängste und Zweifel in mir hoch.

Eine Angst, die sicherlich auch viele andere empfinden, die an eine solche Reise denken:

  • Was, wenn ich mich von meinen Leuten zuhause entferne?
  • Was, wenn sich alles ändert?
  • Und was ändert sich überhaupt?

Die Angst des Menschen vor Ungewissem ist bekannt. Auch mir ging es damit nicht anders.

Deshalb will ich euch zeigen, was sich in einem Jahr verändern kann und was mit großer Wahrscheinlichkeit gleich bleibt – anhand meines persönlichen Beispiels in Stuttgart.

Deine Stadt…

… wird sich nicht um 180 Grad verändern.

Selbst Stuttgart mit seinen gefühlt 50.000 Baustellen wegen Stuttgart 21 hat es nicht geschafft, sich in etwas zu verwandeln, was ich nicht wieder erkenne.

Natürlich sind im Detail Änderungen vorhanden, aber keine größeren, die mich aus dem Konzept bringen könnten:

Der eine Store steht jetzt nicht mehr am alten Ort, einige neue Bars und Cafes haben aufgemacht und andere dafür zu.

Stuttgart_

Du siehst: Nichts wovor du dich fürchten müsstest!

Deine Wohnsituation…

… ist natürlich sehr individuell wandelbar.

Aber in den meisten Fällen, läuft es doch so ab:

Du ziehst erstmal bei Freunden oder deiner Familie ein und suchst dir von dort aus ein neues Zuhause.

Also: Zeit um sich langsam umzugewöhnen vom alten Leben in ein neues.

In meinem Fall: Ich durfte wieder in meine alte WG ziehen für den einen Monat und das Wohnzimmer zu meinem eigenen kleinen Reich gestalten.

Die Neuerung: Du bist etwas verwirrt, denn du willst die ganze Zeit in dein altes Zimmer laufen! Mit einem Kopfschütteln und Lachen findest du dann aber doch noch den richtigen Weg und hast deiner Mitbewohnerin zum 10. Mal am heutigen Tag Hallo gesagt, die sich ebenso mit amüsieren kann.

Danke an meine Mädels, dass ich den Monat in eurem Wohnzimmer und meinem gefühlten Zuhause verbringen durfte!

Und danke an meine liebste Kebra für das Willkommensgeschenk mit absolutem Wohlfühlfaktor:

12195954_1723915561173015_6485042082684648687_n

Die Körper deiner Freunde…

… könnten sich wesentlich verändern:

babybauch

Ein unfassbar verrücktes Gefühl, dass sich die Lebensperspektiven dieses Menschen ganz offensichtlich verändert haben.

Und es gibt noch einige Freunde mehr, die auf ähnlichen Pfaden treten.

Was das für ein Gefühl ist?

Ein absolut wunderschönes! Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich für alle mitfreue!

Leute, ihr setzt einen gewinnbringenden Beitrag in diese Welt! Danke dafür!

Schade natürlich, wenn man nicht bei der Entwicklung dabei sein kann, aber um das ganze positiv zu sehen:

Man bekommt immer wieder in Abschnitten Sprünge der Entwicklung mit (via Bilder), während alle anderen wahrscheinlich nicht mal merken, wie der Bauch wächst!

*Jaaaa, ich weiß… kein super Argument, aber einen Versuch ist es wert!*

Die Wahrheit ist: Man kann einfach nicht alles haben!

Dein alter Arbeitsplatz…

… wird dich natürlich je nachdem, wie du gegangen bist, empfangen.

Deshalb die Faustregel für alle:

Wenn dir was an dem Laden gelegen ist, schau dass du ihn ordentlich verlässt und Kontakt hälst!

Die Wiederkehr und der Besuch dort machen es die Sache absolut wert.

Wenn du deinen Job natürlich gehasst hast, ist das was ganz anderes: Mit erhobenen Hauptes und Respekt gehen und sich den Fuckfinger denken! Und dann nie wieder hin…

In meinem Fall war das aber alles ganz anders:

Ich habe meinen Job sehr gerne gemacht und die Jugendlichen und Kollegen sehr gern gehabt – und sie mich.

Deshalb war die Wiederankunft auch wirklich schön:

Die Veränderung: Die Kids, mit denen du gearbeitet hast sind in die Höhe geschossen, haben tiefere Stimmen oder schminken sich plötzlich – Tataaaaa. Dann spürst du, dass du ein Jahr nicht vor Ort warst.

Umso schöner zu sehen, dass diese Kids trotz des einen Jahres immer noch einen Bezug zu dir haben und sich freuen dich zu sehen. Geil ist das!

Und: Du kannst sie bei Trivial Pursuit, trotz extra Erwachsenenfragen mit offenem Mund stehen lassen, da die die Antwort zu diesen Fragen weißt:

Frage1

Antwort: Neuseeland.

Kids: „Häh… woher weisch du des?“ *megaschock*

Oder:

Frage2

Antwort ist klar. Kelly Slater natürlich.

Kids: „Häh??? Junger Vater, Pana, du bisch voll klug!“

Was lernen wir daraus Kinners? –> Reisen bildet!

Und auch die Kollegen…

… freuen sich dich zu sehen und du freust dich sie zu sehen. Du fühlst dich schnell wieder als Teil der Kollegen-Familie, sodass du am Ende deines Aufenthalts gar nicht mehr genau weißt, dass du ja eigentlich doch nochmal andere Wege gehen wirst.

Schön euch alle gesehen zu haben, Kollegas!

Deine Musikszene…

… wird mit Sicherheit neue Bands und musikalische Konstellationen hervorgebracht haben.

Du wirst evtl. erste Shows verpasst haben oder auch letzte von alten Bands.

Aber im Endeffekt musste das so sehen:

Ok, du warst nicht auf dem aktuellen Stand – umso geiler sich wieder mit neuer guter Musik aufzutanken, die deine Leute machen und die Konzert-Batterie wieder aufzuladen!

Und: Sich im Musik-Zuhause angekommen zu fühlen.

Hell yeah!

Oder besser gesagt: Hell and Back!

Ein geiles Konzert!

Es war so wunderbar die Jungs nach langem Mal wieder spielen zu sehen und den Moment mit Freunden, auch im Publikum, zu teilen!

So wie Vuki es auf der Bühne richtig gesagt hat: Es spielt keine Rolle, wie oft wir uns sehen – einmal in der Woche, einmal im Monat oder einmal im Jahr! Wir freuen uns, dass wir solche Momente mit euch teilen können!

DANKE VUKI!

Hell&Back

Ebenso interessant für mich: Ein Konzert meiner alten Band zu sehen!

Sehr gut machen die das: Start A Fire.

Ist das komisch, seine alte Band spielen zu sehen?

Antwort: Keineswegs! Ich bin so dito mit meinem jetzigen Weg und meiner Entscheidung damals, dass ich mich sehr freue, dass die Jungs einen sehr guten Ersatz für mich gefunden haben. Den lieben Matze! Und dass das ganze immer noch besteht. Und klarer Vorteil im Publikum zu stehen: Ich kann jeden Text mitsingen! Ich hatte extrem viel Spaß!

Matze, du bist geil! Weiter so mein Junge! Ich feier dich!

Die Menschen auf der Straße…

werden sich verändern, wenn DU bei deiner Reise alles richtig gemacht hast.

Hä? Was das mit dir zu tun hat?

Mir ist aufgefallen:

Die Menschen sind gar nicht so mies gelaunt, wie ich sie in Erinnerung hatte.

Im Gegenteil: Die meisten Menschen grüßen freundlich und lächeln dir zu.

Jetzt überlegen wir mal alle, woran das liegt:

Wenn du zurück überlegst, dann weißte es:

Weil du selber lächelst und grüßt! Und offen auf die Leute zugehst.

Und das macht immens viel aus.

Was lernen wir daraus: Lächle, dann lächelt die Welt zurück.

smile-191626_1280

Wer hätte es gedacht, ne?

Erkenntnis und Bestätigung: Man muss wirklich selber darauf achten, Positives auszustrahlen, dann bekommt man auch Positives zurück. Law of Attraction!

Ein Grund mehr, dass man sich selber glücklich machen muss.

Ungünstige Konstellationen vom Vorjahr…

… können sich in Luft aufgelöst haben oder sind genau die gleichen geblieben.

Haben sie sich in Luft aufgelöst: Perfekt! Danke Universum oder wer auch immer das regelt.

Sind sie immer noch vorhanden: Dann ist das verdammt schade.

Aber das gute an der Geschichte: Du hast dich verändert. Und damit verändert sich dein Umgang mit gewissen Dingen.

Du verstehst, dass du persönlich an manchen Dingen nichts ändern kannst und dass nicht alle Probleme dieser Welt gelöst werden.

Umso mehr wirst du erkennen, dass du eine gehörige Portion Abstand dazu gewonnen hast und die Dinge neutral betrachten kannst.

Wenn das nicht mal eine gute Entwicklung ist, oder?

Deine Erlebnisse…

… wollen gehört werden.

Zum Beispiel auch bei einem Vortrag, zu dem du von TipsnTrips Jugendinformation eingeladen wirst und der von der Zeitung mit einem Interview begleitet wird.

Das ist natürlich sehr erfreulich!

Zeitung_Bild

vortrag

Das Essen…

… wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gewohnt geil bleiben:

Essen_Deutschland

Das Wetter…

… ändert sich natürlich auch in einem Jahr nicht mehr zu einer tropischen Zone.

Aber: Da man sich das schlimmste vom schlimmsten ausmalt, was die Kälte angeht, kommt man an und merkt, dass man nicht wie erwartet, sofort sterben wird.

Ich hatte sogar Glück und einen schönen November:

thumb_IMG_6480_1024

Deine Stammbar…

… unterliegt evtl. einem Wechsel, aber keinen, bei dem die Welt untergeht.

Außer einer neuen Tapete, einer weiteren Toilette bei den Frauen (juhuuuuuuu) und Gucklöcher für die Männer aus dem Klo in die Bar raus nicht all zu viel Neuerungen. Das Publikum hat sich zwar etwas verändert, aber wenn du hingehst, dann sowieso mit deinen Leuten.

Joa, kann man mit leben, ne?

thumb_IMG_6445_1024

Deine Familie und deine Freunde…

… werden definitiv nicht stehen bleiben und sich ebenso weiterentwickeln.

Ja, das ist so.

Das muss dir aber keine Angst machen.

Denn im Endeffekt, gibt es auch hier die Möglichkeiten Kontakt zu halten, was ich dir auch raten würde.

Wenn die Wege auseinandergehen…

Wenn das aber nicht funktioniert hat und du das Gefühl hast, mit der anderen Person nicht mehr auf einer Wellenlänge zu sein, dann hat das seinen Grund:

Es ist vielleicht auch so!

Aber meine Überzeugung lautet: Wege laufen zusammen – Wege gehen auseinander – mit manchen Menschen funktioniert es länger – mit manchen kürzer – mit manchen ein Leben lang.

Halte nicht an etwas fest, das nicht mehr funktioniert!

Lass los und geh weiter.

Ohne Groll, ohne Vorwürfe. Einfach akzeptieren, dass sie Dinge sind, wie sie sind.

Wenn sich die Wege doch nochmal kreuzen sollten, dann ist das schön.

Aber man sollte nicht davon ausgehen.

Es gibt aber natürlich auch noch die andere Seite:

Wenn dein Grundgefühl lautet: „Als wäre ich nie weg gewesen“…

… und du deine Leute in den Arm nimmst und ihr den selben Bullshit wie immer redet und darüber lachen könnt…

… dann gratuliere ich dir zu wertvollen Freundschaften.

Was kann es besseres geben, sich so wohl zu fühlen, dass es keinen Unterschied macht, ob man weg war oder nicht?

Und das kommt vor allem daher, dass ich mich auch nur mit den Menschen umgeben habe, die ich in meinem Leben haben will und die anderen schon vor meiner Reise aussortiert habe!

Nur die, die mir Glück gönnen und wünschen und die sich um mich bemühen, wie ich mich um sie bemühe. Alle, die schaden: Raus! Verbannen! Meine Faustregel! Damit lebe ich sehr gut!

Umso schlimmer, wenn du wieder gehst…

… denn das sind erneute Trennungsschmerzen, die schwer auszuhalten sind und die dich an deiner Reise zweifeln lassen!

Zumindest für ein paar Tage!

Aber da gehört eben dazu! Das ist Teil des ganzen Deals!

Das einzige was du tun kannst, ist den Kontakt zu deinen Lieben via Skype, E-Mail und Facebook aufrecht zu erhalten – dann entfernt man sich auch nicht voneinander und kann sich gegenübertreten als wäre nie etwas gewesen!

Also, meine Message dürfte klar sein:
Keine Angst! Raus in die Welt, wenn ihr Bock drauf habt!
Zurückkommen kann man immer! Und die Veränderungen sind meist erträglich!
Außerdem glaube ich dran: Alle Veränderungen haben ihre Sinnhaftigkeit! 

Also:

TakeOffandTravel!

Für mich persönlich: Ich kann nur hoffen, dass sich eine erneute Rückkehr nach Deutschland im nächsten Jahr wieder so großartig anfühlt wie die letzte!

An dieser Stelle will ich mich bei allen bedanken, die sich Zeit für mich genommen haben und mit denen das Wiedersehen so traumhaft war!

Friends_neu

(Sorry, ich hab nicht Bilder von allen! Heisst natürlich nicht, dass ihr weniger wichtig seid!)

LIEBE AN EUCH ALLE!!!

Was sich während einem Jahr Abwesenheit in Deutschland verändert

3 Gedanken zu „Was sich während einem Jahr Abwesenheit in Deutschland verändert

  • 8. Januar 2016 um 8:55
    Permalink

    Hallo Pana,
    kurz vor Weihnachten hast du mir das Surfen in Westport beigebracht (in der Gruppe mit dem Koreaner, der nicht immer alles verstanden hat). Wir haben dabei darüber gesprochen wie es wohl ist nach langer Zeit wieder heim zu kommen. Ich freue mich hier zu lesen dass es dir so gut ergangen ist 🙂

    Bei mir geht es im Mai/Juni wieder zurück in die Heimat. Ich bin gespannt wie meine Erfahrungen so sein werden.

    Keep on going!!!
    Alles Gute,

    Manuel

    Antworten
    • 11. Januar 2016 um 20:49
      Permalink

      Hey Manuel,

      schön, dass du schreibst!

      Und cool, dass du diesen Artikel passend zu unserem Gespräch gefunden hast!

      Ich hoffe, dass es für dich mindestens genauso toll wird zurück in Deutschland! Aber allein das Wiedersehen und Umarmen deiner Freunde und Familie ist einfach so großartig… alles weitere am besten mit so wenig Erwartung wie möglich angehen und einfach genießen, dass es zur Abwechslung mal wieder Gewohntes gibt! 🙂

      Jetzt aber genießt du mal am besten noch deine Zeit unterwegs, ist ja noch eine ganze Weile hin bis du wieder zurück in Deutschland bist!

      War cool, dass du den Surfkurs mit mir hier in Westport gemacht hast!
      Keep on surfing! 😉

      Alles Gute für dich!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.