Na Kinners, habt ihr eure Hausaufgaben aus meinem letzten Post gemacht?:

USA, Kalifornien – Was du beim Surfen in Kalifornien nicht erwartest! (Teil 1)

Ja?

Dann wissen jetzt alle wer McNamara ist, richtig?

Der Typ auf dem folgenden Bild steht zwar unbedeutend trübselig mit seinem Schild in der Hand da, lässt aber meine Augen größer werden und meine Beobachtung in alle Richtungen wandern!

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Ob McNamara zufällig auch gerade in LA ist?

Da ich neugierig bin, kann ich nicht anders: Ich frage den Kerl einfach!

Schade, dass ich diesen Moment nicht auf Kamera einfange, denn dann würdet ihr sehen, wie nett er eigentlich ist: Er lächelt freundlich-amüsiert, nachdem ich ihm erkläre, welchen McNamara ich jetzt erwarte.

Leider handelt es sich nicht um den Big-Wave-Surfer! Oder lügt der werte Herr mit den vielen Gesichtern etwa?

Wir werden es wohl nie erfahren!

Dafür wohl, was weiterhin auf meinem Kalifornien-Surftrip passiert:

Was du in Kalifornien nicht erwartest: Einen gehörlosen, surfenden Gastgeber.

Ich komme in Manhattan Beach, Los Angeles an, eine der eher „schöneren“ Gegenden um LA. Dementsprechend teuer sind die Mieten.

Auch hier ist meine Connection zu meinen Verwandten Gold wert: Meine Cousine vermittelt mir ihren Kumpel Jonathan als Couchsurfing-Host!

Supernetter Typ, der selbst bereits einige Orte der Welt surfend bereist hat und gehörlos ist. Nur, dass meine Cousine mir das vorher nicht erzählt hat.

Klar, wieso auch? Es ist nämlich kein Fatz notwendig! Wir verstehen uns auch ohne gesprochene Worte sehr gut!

Er ist von meinem Basiswissen an Gebärdensprache, das ich von meiner Cousine gelernt habe, beeindruckt und ich von seiner Fähigkeit, meine Lippen zu lesen. Ist etwas mal unklar, wird geschrieben. Wir sitzen also einen gesamten Abend mit vollgeschriebenen Blättern in der Bar und geben eigentlich nur Sound von uns, wenn wir laut über Missverständnisse lachen!

Warum das im Vergleich zu meiner Cousine so anders ist?

Weil meine Cousine sehr früh Sprachförderung erhalten hat und ein Coclear Implant im Kopf einoperiert hat. Man merkt ihr deshalb die Gehörlosigkeit kaum an. Das Coclear Implant ist ein Chip, der dafür sorgt, dass sie zumindest eine Geräuschkullise wahrnimmt.

Ungefähr so:

 

Dadurch reagiert sie und kann Lippen lesen!

Interessant oder?

Oder wusstet ihr, dass jedes Land seine eigene Gebärdensprache hat? Weil Worte oftmals mit Anfangsbuchstaben geformt werden?

Ich bin auf jeden Fall sehr von dieser ruhigen Welt geflasht und nehme auf meine To-Do-Liste auf: Gebärdensprache erlernen!

(Und ja, man darf über das Thema schreiben und ja, gehörlose Menschen dürfen taub genannt werden – all das was ich hier schreibe, ist sogar von meiner Cousine sehr gern gesehen! Ihre Bitte: Das Thema muss nicht mit Samthandschuhen angefasst werden!)

Zum Surfen bleibe ich 3 Tage bei Jonathan in Manhattan Beach.

Aber wieso denn 3 Tage von nur 10?

Weil ich am Tag vor Weiterreise merke:

Was du in Kalifornien nicht erwartest: Pleite sein!

Jaaaaaa… es ist mir tatsächlich wieder passiert!

Erinnert ihr euch noch daran, wie ich in Neuseeland in Raglan ohne Geld dastand? Tja… gratuliert mir, ich habe es erneut geschafft!

Wie?

Ich habe einfach nicht rechtzeitig Geld auf mein Reisekonto transferiert!

Tataaaaaaaaaaa… da stehste dann also in Kalifornien mit den letzten Dollars in der Tasche und musst überleben…

… oooooooooder aber eine Lösung finden!

Wie man aus so einer Scheiße wieder rauskommen kann, könnt ihr hier lesen:

Pleite beim Reisen? – Was nun?

Da Surfen nach wie vor umsonst ist, wenn man Mal mit Brett vor Ort ist, hält mich aber immerhin nichts vom Wasser ab.

Da die Wellen eher unschön sind, bin ich oftmals nur mit 3 oder 4 anderen im Wasser.

Dennoch bin ich geflasht, wie manche Jungs hier abgehen:

Was du vielleicht von Kalifornien kennst, es aber nicht unbedingt zu sehen erwartest: Pier-Surfer!

Sie surfen durch die Pier-Stege ohne Rücksicht auf Verluste! Man merkt, dass sie wissen, was sie tun und ich bin beeindruckt.

Bei diesem Bild gaaaaaaaanz genau hinsehen bitte, dann sieht man auch den kleinen Surfermann:

Kalifornien_Surfen_Manhattan_Beach_

Na, nicht entdeckt?

Ich helfe:

Kalifornien_Surfen_Manhattan_Beach__

Geiler Scheiß, oder?

In Long Beach ist surftechnisch alles flach und nichts zu holen, außer einer schönen Atmosphäre:

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Den Eindruck, den ich aber eigentlich von LA habe, bestätigt sich noch: Etwas dirty, etwas Gangsta und eine Scheinwelt von Glitzer und Glamour drumrum!

Was du in Kalifornien auf jeden Fall erwarten kannst: Tha real Gangsta-Shit!

Das Gangsta-Image wird vor allem bei meinem Klo-Gang in LA am Long Beach deutlich:

Los Angeles – der Frauenknast!

Gangsta_Life_Kalifornien

Hätte ich noch ein Bild von den Kerlen vor der Toilette gemacht, hättet ihr mich verstanden. Allerdings hätte ich dann auch evtl. ein blaues Auge mehr… man weiß es nicht!

Klar ist: Schnell weg hier!

Weiter geht es vorbei an Huntington Beach und Newport Beach (O.C. California). Natürlich mit diesem Soundtrack im Auto:

Travelsoundtrack – California Jun 2015

Was du beim Surfen in Kalifornien auf jeden Fall erwartest: Einen weltklasse Surfspot – Trestles!

Trestles ist ein Muss, wenn man in Kalifornien unterwegs ist.

Deshalb hier ein ausführlicher Surfspotcheck:

Surfspotcheck Kalifornien: Trestles

Was dich in Kalifornien auf jeden Fall erwartet: Rock’n’Roll!

Wenn nicht hier, wo dann?

Ich komme in San Diego in Ocean Beach an und bin gespannt, was mich erwartet!

Ich muss sagen: I definitely like what I see!

Hier dreht sich alles um Surfen, Californian Punk, Skaten und Tätowierungen. Ich fühle mich sofort wohl, als ich an all den Rockabilly-Shops in Ocean Beach vorbeikomme und gute Musik aus allen Läden strömt.

Wieso ich mich für Ocean Beach entscheide?

Das Hostel dort scheint laut Internet ok zu sein und nah am Strand! Und: Das ist es auch!

Ocean Beach International Hostel – ich kann es empfehlen!

Schönes Flair!

Und die Temperaturen gehen auch langsam hoch – im Wasser und an Land!

Hier bleibe ich einige Tage!

Was du in Kalifornien sicherlich nicht erwartest: Übermotivierte Surfschüler!

Ich verbringe die kommenden Tage damit, einigen Beginnern aus dem Hostel das Surfen beizubringen. Unter anderem auch dem verrückten, aber super sympathischen jungen Spanier David aus Barcelona, der natürlich meint, er wüsste schon alles übers Surfen und dass das ganze null gefährlich sei!

„David, what do you think can be dangerous while surfing?“

„Oh, nothing! Hmmmm…. no, nothing!“

„Ok… think again…“

„Hmmm.. nooooo, surfing is not dangerous!“

Ich erläutere ihm alles, was ich zum Thema Sicherheit weiß und erkläre ihm, wie er sich schützen kann, damit er gar nicht erst in Schwierigkeiten kommt.

Etwas ungläubig hört er sich brav alles an.

Geht ins Wasser.

Und: Macht natürlich genau das Gegenteil von dem was er soll.

Übermütig diese kleinen Boys mit zuviel Temperament!

Ratet, wer mit einer Platzwunde am Kopf aus dem Wasser kommt?

Genau, David!

5 Nähte und eine Einsicht später hat auch David geschnallt, dass man am Anfang beim Surfen die Sicherheitstipps beachten sollte!

Nach 2 Std. unglaublichen Verfahrens in San Diego (wie der moderne Mensch ohne Navi plötzlich aufgeschmissen ist), führe ich David in die Gourmetwelt Kaliforniens ein.

Was du in Kalifornien auf jeden Fall erwartest: Den besten Burger der Welt!

Das kalifornische Original:

In-N-Out-Burger!

InnOutBurger_Kalifornien_Essen_1

Meine Rede: Wer nicht bei In-N-Out-Burger war, war nicht in Kalifornien!

Selbst als Vegi-Version ohne Fleischersatz rockt das Teil – einfach weil die Sauce der absolute Wahnsinn ist! Aus meinen Zeiten als Fleischgenießerin weiß ich aber noch, dass er auch mit Paddi sehr geil ist.

Und alles superfrisch!

Wir treffen einen Vater mit Kind und der Vater erzählt stolz und gleichzeitig aufgeregt: „It is his first time In-N-Out!“

Ich:“ Oh, it’s his too!“ (Mindestens so aufgeregt und auf David zeigend!)

Kind und David denken wir sind bekloppt, verstehen aber beim ersten Bissen in den Burger sofort, was Sache ist!

InnOutBurger_Kalifornien_Essen

Auch die Animal Fries muss man kennenlernen:

Die Burgersauce über Pommes mit angebrateten Zwieblen! Jammiiii!

Dabei wichtig: Steht nicht auf dem Menu, sondern es gilt als (nicht mehr ganz so) geheime Bestellung. Aber Ohren auf in Kalifornien, es gibt immer wieder die einen oder anderen geheimen Bestell-Codes.

Was dich in Kalifornien definitiv erwartet: Hablan mucho espanol en California (=sie sprechen viel Spanisch in Kalifornien)!

Mit David entdecke ich auch den fast südlichsten Zipfel von Kalifornien: Imperial Beach.  

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Ein typisch kalifornischen Fleckchen (Pier, Strand, Palme) nur schon sehr auffällig mexikanisch angehaucht. Kein Wunder, wir befinden uns an der Grenzen zu Tijuana, Mexiko.

Generell wird viel Spanisch in Kalifornien gesprochen, aber hier besonders. Wie praktisch, dass David aus Barcelona kommt und ich nochmal einige Gratislektionen Spanisch bekomme!

Mein Fazit über die Erwartungen an Kalifornien:

Hab keine und geh trotzdem hin!

Das medientypische Kalifornien mit immer Sonne und immer gutem Surf ist ein Trugschluss. Viel mehr erinnert mich das ganze ein bisschen an Portugal: Kann richtig gut werden, muss es aber nicht. Und das Wasser ist auch nicht warm!

Die besseren Zeiten sind wohl, wie in Europa bekanntlich auch, September und Oktober!

Trotzdem ist Kalifornien absolut einen Besuch wert und hat einen eigenen Charme, den ich sehr gern habe und den man einmal im Leben erlebt haben sollte!

Also: Ab nach Kalifornien und genießen!

Wohin du zum Surfen sollst und was du sonst noch alles darüber wissen musst, folgt in den kommenden Tagen in meinem SURF.EAT.SLEEP Kalifornien// Der Kalifornien Surf- und Abhängguide.

DCIM100GOPRO

USA, Kalifornien – Was du beim Surfen in Kalifornien nicht erwartest! (Teil 2)

2 Gedanken zu „USA, Kalifornien – Was du beim Surfen in Kalifornien nicht erwartest! (Teil 2)

  • 23. Oktober 2015 um 6:03
    Permalink

    Was soll ich sagen…. Puhhh, die Gesichte mit Jonathan find ich schon voll krass…. ich kann mir garnicht vorstellen wie es ohne Gehör wäre….keine Musik, keiner der mein Gelaber oder gesinge hört…. oder keine Musik die ich hören dürfte….. ein Klavier, das Rauschen des Meeres, das Summen der Bienen…… uhhhhhh… liebes Universum schön ,dass ich ein Gehör habe 😀 aber die Idee Gebärdensprache zu erlernen hab ich mir fai auch schon überlegt….meine Nichte hat eine zentrale Hörlosigkeit und musste in ihrer Schule auch GS lernen….. find das ja schon irgendwie saugeil ….. Sprachen verbinden!!!!
    Was deine Erfahrungen mit In- and Out Burger angeht…..Hämmer…. außer Udosnack im Stuggi – Osten _ BEST BURGER EVER!!

    Antworten
    • 23. Oktober 2015 um 20:45
      Permalink

      Hey Dani!

      Ja gut ne, Udo-Snack ist natürlich auch ein Unikat! Trotzdem bevorzuge ich InNOut-Burger… aber wahrscheinlich deshalb, weil man den nicht so oft bekommt!

      Ja, das war schon sehr beeindruckend mit dem Jonathan! Horizonterweiternd auf jeden Fall! 🙂
      Die Musik würde ich auch sehr vermissen – meine Cousine aber hört zumindest Beats und hat auch Lieblingssongs. Coclear Implants rocken! 🙂

      Liebe Grüße, die Pana

      Antworten

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