Bereits zum vierten Mal innerhalb der letzten beiden Jahre betrete ich balinesischen Grund.

Eine Tatsache, die wahrscheinlich eine Frage mit sich bringt:

Warum nicht mal ein anderer Ort in Indo?

Glaubt mir, diese Frage stelle ich mir bei meiner Planung auch. Vor allem, weil meine große Sorge lautet:

August= Trockenzeit= Definiert als beste Bali Reisezeit = Viele, viele Menschen an Land und im Wasser… ???

Ich versuche also eine Alternative zu finden. Lombok und Java haben in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass es noch viel mehr in Indo zu entdecken gibt…

Allerdings habe ich „nur“ 9 Tage in Indo und ich will soviel wie möglich surfen, bevor es 3 Monate landlocked nach Deutschland geht! Bei der Recherche wird klar, das Bali einen sehr großen Vorteil hat:

  • Der Anreiseweg an die Surfspots auf den anderen Inseln benötigt Stunden und teilweise Tage. Auf Bali bin ich in 45 Minuten vom Flughafen bei den Wellen.

Also gut, dann ab nach Bali! Außerdem sprechen ja auch noch ein paar Dinge mehr dafür:

  • Trockenzeit=Riesen-Swell-Zeit. Dicke Brummer live sehen – why not?
  • Party und Infrastruktur sind nach 7,5 Monaten neuseeländische Kleinstadt = eine willkommene Abwechslung.

Abflug nach Bali dieses Mal nicht allein…

… sondern mit Robin:

Robin_und_Pana

Teil meiner kleinen Westport-Woofer-Familie und gefühlter Bruder (übrigens gehört eins der süßen Ärschle auf dem Titelbild ihm, ihr dürft raten welcher es ist)!

Bereits zwei Sommer ist er mein Surfbuddy und Hostel-Work-Kompane in Westport gewesen. Da er derzeit in Sydney lebt und sein Visum dort abläuft, beschließen wir, uns in Sydney zu treffen und von dort aus zusammen loszuziehen.

(Im Flieger schauen wir übrigens Deadpool – was für ein kranker, aber saumässig unterhaltsamer Film! Empfehlenswert!)

Beste Bali Reisezeit – Trockenzeit? Ganz sicher?

Es ist das erste Mal, dass ich im August, also mitten in der Trockenzeit nach Bali fliege.

Im Vergleich zur Regenzeit und damit zur Nebensaison, unterscheidet sie sich damit in einigen Punkten.

Welche das sind?

No worrrrrrries Mista, I sho yu!

Unterschied 1: Ankunft am Flughafen – MAAAAAAADNESS!

Ok, ich habe erwartet, dass auf Bali etwas mehr los ist, aber das Bild, das sich uns bei Ankunft eröffnet, lässt sich nur so beschreiben:

CHAOOOOOOS!

Gefühlte 20.000 Taxifahrer schreien dich an und du weißt gar nicht, wohin du zuerst schauen sollst. Ich bin selbst über die mächtige Anzahl an Leuten schockiert, denn solch eine Masse habe ich vorher hier noch nie gesehen!

Ich erkläre Robin: „Ok, jetzt einfach ganz locker lässig nicht stressen lassen und ganz gemütlich raus! Erstmal nicht drauf eingehen“

Wie das halt so ist, schafft es aber doch einer unseren gewünschten unsichtbaren Harry Potter Mantel von uns abzustreifen und erhascht Blickkontakt (damn you Taxifahrer!):

Er: „Wherrre do yu wanna go ma frrriend? I drrrrive yu!“

Ich: „No no, thank you, we are just arriving – need to sort out some stuff first!“

Er: „It’s ok, I wait! Wherrrre you go?“

Ich: „Ok, so how much do you want for the Bukit Peninsula?“

Er: „Ohhhhhh, farrr away…. 300.000 my frrrriend!“

Oh Mann, back in the game! Die Verhandlungen sind eröffnet! Ich bin müde und es nervt mich, aber es muss ne!?

Ich: „My friend, it’s not my first time in Bali! I know! Come on, it is even too much but because of 2 surfboards I will give you 250.000 and that’s it!“

Er: „oooh, nooo… too cheap…“

Ich: „Ok, bye…“

Er: „Oooh, ok… yu come… I drive…“

250.000 ist wirklich immer noch zu viel, aber ich habe keinen weiteren Bock auf Verhandlungen und wir sind dieses Mal zu zweit… also los!

Möööööp – Fehler!

TIPP: Wähle am besten ein Taxi oder einen Fahrer, dessen Auto du gleich auf Groundlevel in der Nähe siehst oder frag nach, ob das Auto am Groundlevel steht.

Denn: Sein Auto steht im 4. Stock des Parkhauses. Bis wir uns durch die Leute mit unseren Brettern bis nach oben gedrückt haben vergehen 15 Minuten.

Wesentlich schlimmer aber: Bis wir mit dem Auto aus dem Parkhaus raus sind vergeht – kein Witz – 1 fucking Stunde!!!

Naja, ich erkläre Robin: Welcome to Bali! Hier dauert alles ein bisschen länger manchmal…

Und unser Fahrer erklärt Robin auch alles… ALLES… und zwar nicht nur einmal…

Rrrrrrrrrobiiiiiiiiin, Baliiii, beautifuuuuul – peoppooool, always happyyyyy – always smiiiile!

ODER

Rrrrrrobiiiiiiiin, Pana will show yuuuu – Baliiiii beautifuuuuul – peoppooool, always happyyyyy – always smiiiile!

ODER

Rrrrrrobiiiiiiiin, Bali traffic crazy, but Baliiiii beautifuuuuul – peoppooool, always happyyyyy – always smiiiile!

Nach ca. 2 (!!!) Stunden hat Rrrrrobin verstanden und schläft einfach ein, was den Fahrer dennoch nicht davon abhält Rrrrrrobin zu erklären, wie die Welt in Bali funktioniert.

Ich lache innerlich und freue mich, Rrrrrobin die crazy Bali Welt in den nächsten Tagen näher zu bringen!

Nach 3 (!!!) Stunden haben wir es tatsächlich geschafft – wir sind an meinem bekannten Homestay!

Die kleine süße Komang begrüßt uns freundlich wie immer UND die Katrin, meine ehemalige Kollegin von der Schule, an der ich gearbeitet habe, nimmt uns auch in den Arm! Saugeil sie nach so langer Zeit mal wieder zu sehen!

Bali – here we go!

Wir sind eine gute kleine Crew und ergänzen uns perfekt!

Freunde-auf-Bali

Katrin ist flexibel, was Robins und meine Gefräßigkeit angeht (so alle 3-4 Stunden füttern bitte, sonst tritt Hangryness ein) und Robin, der Bali-Padawan macht seine typischen ersten Roller-Unfall-Experiences, erfreut sich jeden Tag wieder an der Dauerschleife Mayatri-Mantra und an 30 Grad Wassertemperatur.

Und bei den Surfspots werden wir uns auch einig.

Meist wird es BalanganUluwatu ist zu groß, Padang kostet mittlerweile Eintritt (say whaaat?) und Impossibles bleibt impossible bei größerem Swell (jedenfalls für uns).

Die ersten beiden Tage haben wir auch noch schön kleine Wellen und es läuft:

Bali-Surfing_Girl

Hach schön, endlich mal wieder im Bikini (oder Shirt weil Sonnenbrand) und in Freiheit rein da und saubere Wellen genießen!

(Nur die vielen kleinen Seefloh- und Mini-Quallen-Stiche nerven – ist das ein Trockenzeit-Ding? Ist mir vorher noch nie so krass aufgefallen!)

Ab Tag 3 allerdings geht es los – es ballert!!!

Unterschied 2: MEGA-Swell!

Es feuert in der Trockenzeit!

10-15 Fuß sind da keine Seltenheit!

Da sind sie, die Spots, die das auch noch halten können und an denen diese Wellen einfach krass aussehen!

Bei uns in Westport in Neuseeland haben wir sehr oft 10 Fuß, allerdings kannste das dann nich mehr surfen! Wischi-Waschi-Durcheinander!

Glücklicher Zufall: Der Padang Padang Rip Curl Cup ist on!

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Welle-riesig

Bruce Irons, Mason Ho und Co…. sie alle sind da und rippen, was das Zeug hält!

Allein das Zuschauen pumpt schon Adrenalin durch meine Adern!

Barrels sehen so einfach aus, wenn diese Jungs sie nehmen, wie z.B. hier:

Der Gewinner des Cups: Mega Semadhi – ein Local, der bereits das zweite Mal gewinnt! Ich feiers, denn der Typ kennt seinen Homespot halt einfach!

Mega-Swell passend zu Mega Semadhi! Good shit!

Wie ich mit dem großen Swell umgehe…

Ich betreibe meinen eigenen kleinen Contest am nächsten Tag gegen mich selbst!

Wie das genau aussieht, ist es eine ganz eigene Geschichte geworden, bei der mir tatsächlich schon beim Schreiben der Atem wegbleibt:

Die Angst vor großen Wellen – Wie ich sie überwinde!

Angst vor großen Wellen

Unterschied 3: Trockenzeit – kein Regen?

Naja, das dachte ich zumindest! Und eigentlich sollte es auch so sein! Aber: Es regnet doch immer wieder mal kurz. Auch für die Balinesen ein ungewöhnlicher Zustand!

Global Warming lässt grüßen!

Das Klima unterscheidet sich aber generell wesentlich zu dem in der Regenzeit. Während du in der Regenzeit konstant dicke und schwüle Luft atmest, von der du eigentlich durchgehend nass bist, ist es in der Trockenzeit um einiges angenehmer – und deine Kleidung trocknet tatsächlich auch, wenn du sie in die Sonne legst.

Sehr ungewohnt für mich auch: Abends wird es sogar frisch und ein Jäckchen wird nötig!

Unterschied 4: Vollere Line-Ups?

Ja, es ist schon etwas mehr los im Wasser. Meine Befürchtung allerings, dass man sich nur ärgert und gar keine Welle surfen kann, ist nicht bestätigt worden.

Der Unterschied jedoch: Durch die großen Swells, sind mehr erfahrene Surfer vor Ort. Die surfen natürlich aber auch trotzdem, wenn die Wellen kleiner sind. Hinten anstellen, zusehen und lernen ist angesagt. Wie immer gilt aber: Wer sich korrekt verhält und Einsatz zeigt, bekommt natürlich trotzdem auch seine Wellen.

Bingin

Unterschied 5: Stimmung

Es ist anders. Die Locals haben irgendwie viel mehr Stress, Geld zu verdienen und man merkt es ihnen an. Du fühlst richtig, dass in diesen Monaten das Geld reinkommen muss und du fühlst dich stellenweise ausgesaugt.

Relativ schnell kotzen mich die Geld-Diskussionen an!

Z.B. wenn dein gebuchtes Taxi zwar wie vereinbart ankommt, aber plötzlich viel mehr Geld will und dich stehen lässt, weil du nicht mitmachst…

ODER

Z.B. wenn dir erklärt wird, dass du eigentlich reich bist und dein Arsch eine Geldmaschine, aus der konstant ein Hunni rausfliegt…

Wenn du dann aber auch erklärst, wie hoch deine Miete ist und dass eine Avocado in Neuseeland derzeit 7 Dollar kostet, ist auch erstmal kurz Ruhe.

Trotzdem: Anstrengend!

Unterschied 6: Party und Bintangs!

Ich dachte, dass die Parties auf Bali auch in der Regenzeit schon gut besucht sind – aber ich hatte ja keine Ahnung!

Das Single Fin an einem Sonntag – UNFASSBAR!

Das Cashew Tree an einem Donnerstag – noch nie im Leben so gefüllt gesehen!

Wer also fett feiern will, kann das hier sehr gut.

Wer aber einfach nur in Ruhe ein schönes Sunset-Bintang schlürfen möchte und dafür nicht wie blöd nach einem Platz suchen will, der ist in der Regenzeit besser bedient. Immerhin finden wir noch ein freies Plätzchen:

Sunset_Uluwatu

Unterschied 7: Ausgebucht

Ausge-was?

Ich hatte noch NIE den Fall, keinen Roller zu bekommen ODER mir Sorgen, um meine Unterkunft machen zu müssen.

Dieses Mal musste man schon ein bisschen überlegen, wie man seinen Aufenthalt plant.

Planen – iiiiigitt! Nicht auf Bali für mich bitte!

Natürlich ist das etwas ganz Normales und ein Luxusproblem – aber dann nehme ich lieber den Regen in Kauf und bin entspannt unterwegs.

Wer also zur Hauptsaison hier vorbeikommt, braucht ein bisschen Geduld bei der Unterkunft-Suche oder macht sich schon etwas im Vorfeld klar – bezahlt dann meist aber auch mehr, weil viele Homestays, die günstiger sind, im Internet nicht aufzufinden sind.

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Mein Fazit zur besten Bali Reisezeit:

Ich bleibe bei meiner Regenzeit! Alles geht langsamer, alles ist entspannter und es fühlt sich mehr nach Leben als nach Urlauben an. Slow Life!

Für Surfer, die Bock auf richtig große Wellen haben, ist die Hauptsaison aber unumgänglich. Zwar wird es auch in der Regenzeit groß, aber so enorm krass hab ich es in der Regenzeit noch nie gesehen.

Beginner allerdings werden auch mit den Wellen in der Regensaison glücklich und müssen sich eigentlich nur überlegen, ob sie auf das Klima Bock haben.

Wann würdest du am liebsten nach Bali? 

Welche Erfahrung hast du mit der Trocken- bzw. Regenzeit gemacht?

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Die beste Bali Reisezeit = Trockenzeit? Jetzt echt?

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